Allein unter achtzig Tieren: Seit anderthalb Jahrzehnten lebt Hilal Sezgin auf dem Land. In ihrem bewegenden Memoir erzählt sie davon, wie es ist, einen Lebenshof zu betreiben, sich um eine Art Tieraltersheim zu kümmern, in dem die Schafsoma Arthrose und das Kaninchen Schnupfen hat. Sie berichtet davon, wie beglückend aber auch fordernd es ist, sich um achtzig alte und pflegebedürftige Tiere zu kümmern. Und sie reflektiert darüber, was es heißt, immer für andere da zu sein, Fürsorge zu übernehmen - und wie sie dabei an Grenzen gerät, nicht zuletzt ihre eigenen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.04.2023
Rezensentin Sylvia Staude scheint überzeugt von Hilal Sezgins Konzept eines Lebenshofes für Nutztiere im Seniorenalter. Dass die Autorin in ihrem Buch keine Idylle beschreibt, merkt Staude schnell. Eine Herde halbblinder Schafe vor dem Wolf zu schützen, ist ein Vollzeitjob, lernt die Rezensentin. So wie die Autorin darüber berichtet, ist es dennoch unterhaltsam, aufschlussreich und alles "irgendwie logisch", findet Staude. Und der Charakter der Tiere mit Namen Domino oder Toffee hat sich der Leserin eingeprägt.
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