Diese Geschichte der Massentierhaltung erzählt, wie aus allgegenwärtigen Tieren und mangelndem Fleisch unsichtbare Tiere und üppige Fleischportionen wurden: deutsche Fleischarbeit. Kompetent und mit erzählerischem Schwung führt uns die Historikerin Veronika Settele durch Deutschlands Ställe seit dem 19. Jahrhundert und zeigt, wie sich unser Umgang mit Tier und Fleisch nicht erst seit gestern verändert hat. Veronika Setteles Geschichte der Massentierhaltung tritt einen Schritt hinter die aktuellen Debatten zurück. Sie zeigt die Stationen auf einem langen Weg, der von der Mitte des 19. Jahrhunderts, als noch Schweine die Straßen Berlins, Londons und Manhattans bevölkerten, bis in unsere Gegenwart führt, in der ein exorbitanter Fleischkonsum und "intensive" Tierhaltung ebenso existieren wie die immer lauter werdende Kritik daran. Ihr vorzüglich recherchiertes Buch macht unmissverständlich deutlich: Was immer auch im Stall geschieht, ist eine Reaktion auf das, was die Gesellschaft, was wir alle von der Landwirtschaft erwarten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.10.2022
Rezensent Roman Köster betont die Fokussierung in Veronika Setteles Arbeit. Der Autorin ist es vor allem um das Thema Stallhaltung zu tun, erklärt er. Die Veränderungen bei der Stallhaltung nach dem Zweiten Weltkrieg und die Unterschiede und Gemeinsamkeiten hinsichtlich der Stallhaltung in den beiden deutschen Staaten kann die Autorin laut Köster allerdings genau herausarbeiten. Der Leser erfährt dabei Dinge, die er vielleicht gar nicht wissen möchte, warnt der Rezensent. Im Ganzen findet Köster das Buch aber zu einseitig. Über das Schlachten und den Fleischkonsum und dessen Entwicklung erfährt er bei Settele kaum etwas.
Rezensent Matthias Becker vergeht der Appetit mit Veronika Setteles Geschichte der Massentierhaltung. Gründlich und eindringlich schildert die Historikerin laut Becker, wie Massentierhaltung und enorme Steigerungsraten bei der Milchproduktion überhaupt möglich wurden. Zuchtgestaltung und ihre Folgen beschreibt Settele ebenso wie die spätestens seit den frühen 1990ern anschwellende Kritik daran, so Becker. Das Buch hält er für eine lebendig geschriebene Erkundung der deutschen Agrargeschichte. Wenn Settele am Schluss Fleischalternativen vorstellt, regt das Becker zum Nachdenken über den Fortgang der Geschichte an.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…