Er ist Sohn des Sikh-Priesters, 400-Meter-Läufer und schließlich Migrant. 1979 kehrt Bagicha Singh seiner Heimat den Rücken und reist mit einem (Dick-)Kopf voller Träume auf dem langen, turbulenten Landweg von Indien nach Deutschland. Es ist das Jahr, in dem die Sowjetunion in Afghanistan einmarschiert und die Islamische Revolution im Iran tobt. Ein Jahr, dessen Nachwirkungen die Welt bis heute prägen. Mehr als 40 Jahre später erzählt seine Tochter von Bagichas abenteuerlicher Reise.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2024
Ein hoffnungsvolles Buch über Migrationserfahrung? Ja, so etwas gibt es noch, freut sich Rezensentin Monika Remé nach der Lektüre von Sunita Sukhanas Band, der sich der Lebensgeschichte des Vaters der Autorin widmet, der in den 1960ern im ländlichen Indien aufwächst und über Afghanistan und Iran in den Westen reist. Dabei begegnet er zumeist, liest Remé bei Sukhana, den richtigen, weil ihm gewogenen, Leuten, weicht gewaltsamen Konflikten aus und erreicht auch dank seiner Resilienz sein Ziel. Parallel dazu reflektiert die Autorin, erfahren wir von Remé, ihr eigenes Schreiben mitsamt Recherche, wodurch die Erzählung mit historischen und anderen Kontextfaktoren angereichert wird und sich zu einer umfassenden Familiengeschichte erweitert. Die insgesamt, siehe oben, erstaunlich optimistisch angelegt ist und die Rezensentin daran erinnert, das jugendliche Aufbruchstimmung und Zuversicht seit jeher ein wichtiger Aspekt von Migration ist.
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