Herta Müller

Vater telefoniert mit den Fliegen

Cover: Vater telefoniert mit den Fliegen
Carl Hanser Verlag, München 2012
ISBN 9783446238572
Gebunden, 207 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

187 farbige Collagen. Herta Müller hat eine neue Form im Umgang mit Wörtern gefunden: ein poetisches Puzzle aus Zeitungspapier - ein Wunderwerk der Phantasie. Die aus Rumänien stammende Literaturnobelpreisträgerin 2009 schickt einzelne Wörter auf die Reise, dichtet mit der Schere: Aus Zeitungen und Zeitschriften schneidet sie Wörter, Buchstaben und Bilder heraus und stellt diese zusammen, bis sie sich reimen. Die derart komponierten Texte sind so frei, dass sie sich niemand hätte ausdenken können.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.11.2012

Gefundene Wörter - eigentlich klar, dass eine Schriftstellerin damit umgeht, meint Catrin Lorch. Doch hier handelt es sich buchstäblich darum, um Zeitungsschnipsel, um Wort-Collagen, postkartengroß und so klingend für die Rezensentin, als hätte Herta Müller sie nicht gefunden, sondern ausgedacht. Das wundert Lorch dann doch, wie so unpersönliche Erpresserbuchstaben plötzlich zu sehr eigenen Hertamüllertexten werden, welthaltig auch noch. Zum Beispiel dieser: "Was immer passiert, Hauptsache KARIERT." Bei so viel Eigenheit fragt sich Lorch allerdings, wieso der Verlag das Ganze nicht etwas sorgfältiger ediert hat, weniger Lyrikmäßig standardisiert eben.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2012

Sogar das poetologische Programm dieser Text- und Bildcollagen von Herta Müller entdeckt  Rezensent Harald Hartung auf den kurzen Schau-Lese-Seiten dieses Bandes. Was einst als Urlaubskartenersatzspaß gedacht war, liegt Hartung nun als stattlicher Band vor - und gefällt. Obgleich natürlich die Vergangenheit immer mitklingt, Schwitters und Brecht etwa, haben die Collagen laut Hartung auch etwas Eigenes. Mitunter nämlich hört Hartung mitten im Spaß der Kombination und des Reimens Allegorien der Macht heraus und Müllers Erfahrungen mit der politischen Realität der Diktatur. Im normalen Buchdruck, meint Hartung, wäre solche Subversion nicht drin gewesen.
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