Im heutigen Kulturbetrieb setzt man auf erlebnisstarke Angebote, aber vielfach werden diese nur flüchtig konsumiert. Es ist eine "Ergebnisgesellschaft" entstanden, teilweise fähig zur reaktionsschnellen Verarbeitung, oft aber darauf reduziert, dass immer mehr in immer kürzeren Abständen lediglich abgehakt wird. Diese Ergebnisgesellschaft konturiert Hermann Bausinger an einer Fülle von Beispielen aus unserem Alltag: im Sport, beim Einkauf, im Verhältnis zum Geld und zur Liebe, im Umgang mit Medien und in der Kommunikation, beim Spiel und auf Reisen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.01.2015
Tobias Rüther scheint Gefallen zu finden an Hermann Bausingers Art der empirischen Kulturwissenschaft. Das liegt zum einen an Bausingers Thema, das die Untersuchung von Quizsendungen, Panini-Sammelleidenschaft und TV-Zapping einschließt, zum anderen an Bausingers schön unaufgeregter Vorgehensweise, die nicht kulturpessimistisch daherkommt und auch nicht großsprecherisch, als wenn sie immer Recht behielte. Erklärt Rüther und freut sich immer dann mit dem Autor, wenn dessen Theorie der leerlaufenden Effizienz zu einem Beispiel passt. Allerdings hat Rüther am Ende auch Zweifel, ob nicht Bausinger selber dem Effizienzdenken anheimfällt, indem er dauernd nach dem Nützlichen sucht. Muss es denn immer nützen, fragt sich der Rezensent.
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