Henry James

Im Käfig

4 CDs
Cover: Im Käfig
DHV - Der Hörverlag, München 2015
ISBN 9783844520514
CD, 24,99 EUR

Klappentext

4 CDs, 300 Minuten. Ungekürzte Lesung von Hanns Zischler. Aus dem Englischen von Gottfried Röckelein. Mit einem Essay von Gilles Deleuze und persönlichen Erläuterungen von Hanns Zischler im Booklet. In den öden Sommermonaten um die Jahrhundertwende vertreibt sich die Londoner High Society die Zeit mit Ausschweifungen und Seitensprüngen. All die verbotenen Verabredungen gelangen durch die Gitterstäbe des Telegrafenschalters in die Hände einer jungen namenlosen Frau. Aus den kryptischen Anspielungen und Abkürzungen der Telegramme reimt sie sich die Geheimnisse dahinter zusammen, besonders die Liebelei des schmucken Captain Everard zieht sie in ihren Bann. Aber natürlich entpuppt sich die Wirklichkeit als eine ganz andere als gedacht.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.05.2016

Nachdem der einhundertste Todestag von Henry James schon wunderbare Neuübersetzungen hervorgebracht hat, gibt es jetzt eine wunderbare Nachreichung, freut sich Rezensent Alexander Cammann: Hanns Zischlers ungekürzte Lesung der Erzählung "Im Käfig". Darin fabuliert eine unscheinbare Telegrafistin sich die Geschichten jener Personen zusammen, deren Mitteilungen sie tagtäglich bearbeiten muss, erzählt Cammann. Diese Fantasien sind für sie so eindringlich, dass sie schließlich einem vermeintlichen Liebespaar nachspürt, was ihre Vorstellungen als schönere Lügen entlarvt, so der Rezensent. Zischler liest diese Erzählung gesetzt, aber bestimmt, und ohne die unterschwelligen Ironien des Textes auszustellen, lobt Cammann.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.02.2016

Sehr beeindruckend findet Rezensentin Sylvia Prahl die sensiblen und differenzierten Frauendarstellungen in den Romanen des vor 100 Jahren gestorbenen Exil-Amerikaners Henry James. Seine im Modus des Bewusstseinsstroms geschriebene Novelle "Im Käfig" über eine Telegrafistin, die sich über die von ihr verschickten Nachrichten zumindest spekulativen Zutritt zum Leben der Oberschicht verschafft, bildet da keine Ausnahme. Das vom Schauspieler Hanns Zischler gelesene Hörbuch findet nach anfänglichen Schwierigkeiten, in denen der Vorleser (nach Prahls Ansicht im Stimmklang hervorragend geeignet) dem Text eine etwas zu herablassend ironische Färbung verleiht, eine gute Form. Wenn nämlich Zischler nach einer einschneidenden Passage in ein nüchterneres Register wechselt, so die Kritikerin. Dass der Veröffentlichung ein Essay von Gilles Deleuze und Félix Guattari beiliegt, hält die Rezensentin für eine sinnvolle Dreingabe.
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