Bis in alle Endlichkeit
Thriller

Suhrkamp Verlag, Berlin 2024
ISBN
9783518474358
Gebunden, 432 Seiten, 20,00
EUR
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Stefan Lux. Als eine junge Frau tot aufgefunden wird, in einem feinen Cocktailkleid, auf dem Dach eines Rolls-Royce liegend, im gefährlichsten Viertel von San Francisco, gehen Polizei und Gerichtsmedizin von Selbstmord aus. Doch die Mutter der Toten, die megareiche Olivia Gravesend, glaubt ihnen kein Wort und beauftragt Privatdetektiv Lee Crowe mit den Ermittlungen. Bei seinen Recherchen kommt er einer Verschwörung auf die Spur, bei der die Beteiligten vor nichts zurückschrecken …
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Info)
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 27.09.2024
Rezensent Tobias Gohlis lässt sich von James Kestrel mit Freude in eine Krimiwelt entführen, die an Hard-Boiled-Klassiker von Dashiell Hammett und Raymond Chandler erinnert. Es beginnt, lesen wir, mit einer Frauenleiche auf einem Rolls Royce und einem Privatdetektiv namens Lee Crowe, der diese fotografiert. Später beauftragt die Mutter der Toten Crowe mit Ermittlungen, bald jedoch taucht eine zweite Leiche auf, die der ersten erstaunlich ähnlich sieht. Das Buch ruft zahlreiche Motive der klassischen amerikanischen Detektivliteratur auf, wie etwa die Schönheit der Toten oder die Einsamkeit des Ermittlers, auch das dunkelromantische Doppelgängermotiv taucht auf in diesem gleichzeitig modern und schnell erzählten Buch, freut sich der sich gut unterhalten fühlende Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.09.2024
Rzensentin Sylvia Staude hegt ambivalente Gefühle gegenüber diesem Thriller des zum Schriftsteller gewordenen Anwalts und unter dem Pseudonym James Kestrel schreibenden Jonathan Moore. Staude mahnt zunächst zur Geduld: Was zunächst etwas klischeehaft als Neo Noir aus der verstaubten Klassikerschublade geholt wird, entpuppt sich als potenziell spannende Geschichte. Der Protagonist Lee Crow ist Privatdetektiv und untersucht einen Todesfall. Im Gegensatz zum klassischen Neo Noir hat der Roman hier eine gegenwartsgenetische Komponente: Denn neue Technologien spielen eine besondere Rolle, machen Verfolger und vor allem den selbst Verfolgten Crow immer anfälliger. Liest sie sich zunächst neugierig durch die Geschichte, erscheint Staude das Buch am Ende doch zu oberflächlich, zu schnell und düster erzählt, der Protagonist dagegen unplausibel lässig. Auch die Stadt ist der Rezensentin nicht plastisch genug behandelt, Moore versuche zwar mit den Motiven des Noir zu innovieren, löse sich aber zu wenig davon, so Staude bilanzierend.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.09.2024
James Kestrel ist ein Pseudonym von Jonathan Moore, weiß Rezensent Hannes Hintermeier, jetzt verwendet es der Suhrkamp-Verlag wieder, um diesen in San Francisco angesiedelten Krimi zu promoten: Der Protagonist Lee Crowe hat seine Zulassung als Anwalt verloren und arbeitet seitdem als Ermittler, als plötzlich eine Leiche aufgefunden wird, die, wie als Wiedergängerin eines Falles von 1947, auf einem Autodach liegt, so das Resümee. Er verkauft ein Foto der Toten, kommt in Kontakt zu ihrer schwerreichen Mutter und ist auf einmal in ihrer Wohnung, wo er auf eine Frau trifft, die genauso aussieht wie die Verstorbene, so Hintermeier. Den Kritiker erinnert der Roman anfangs ein wenig an die Krimis von Raymond Chandler, nimmt dann schnell an Tempo auf und lässt leider recht wenig Raum für Zwischentöne. Für Thrillerfans aber sicherlich eine Empfehlung, schließt Hintermeier.