Henry David Thoreau

Tagebuch

Band 1
Cover: Tagebuch
Matthes und Seitz Berlin, Berlin 2016
ISBN 9783957571472
Gebunden, 326 Seiten, 26,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Rainer G. Schmidt. Henry D. Thoreaus Hauptwerk ist nicht "Walden" oder "Über den zivilen Ungehorsam", sondern sein Tagebuch, das er als 20-jähriger begann und bis wenige Tage vor seinem Tod 1861 führte. Darin notierte er Beobachtungen, die zu den bedeutendsten Naturschilderungen der Weltliteratur zählen, aber auch Gedanken und Reflexionen, die ihn als ganz eigenständigen philosophischen Kopf erkennen lassen. Während dieses große Tagebuchwerk in Amerika Generationen von Künstlern und Schriftstellern beeinflusste und heute eine überwältigende Renaissance erlebt, ist es in Deutschland nahezu unbekannt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.12.2016

Frank Schäfer wartet noch immer auf die Publikation von Henry David Thoreaus Essays. Bis dahin unterhält ihn der erste Band von Thoreaus umfangreichem Tagebuchwerk, laut Schäfer ein "unentdeckter Schatz". Schäfer erzählt, wie Thoreau das Tagebuch zunächst als Materialfundus versteht, Alltagsbeobachtungen notiert und nicht an eine Publikation denkt, bevor die Texte zunehmend an Geschlossenheit und Erdung gewinnen. Der erste Band bietet Lesefrüchte, Aphorismen, Lebensphilosophisches und Religiöses, erklärt Schäfer. Eine gewisse Blutleere und Gestelztheit, räumt er ein, machen die Lektüre nicht immer vergnüglich. Namensregister, Jahresangaben und Anmerkungen vermisst er wie schon andere Rezensenten in der Ausgabe schmerzlich.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.03.2016

Thorsten Gräbe ist mächtig enttäuscht vom ersten Band der neuen Edition der Tagebücher von Henry David Thoreau. Anstatt einen Schatz zu heben, schafft es die Ausgabe in der Übersetzung von Rainer G. Schmidt, die die Jahre 1837-1842 und Themen wie Freundschaft, Liebe und Tod behandelt, den Rezensenten richtig zu verärgern. Keine Jahreszahlen auf den Seiten, keine Karten und Zeittafeln und eine unzulängliche Übernahme der Anmerkungen aus der Princeton-Ausgabe. Schlimmer noch findet Gräbe das Fehlen eines editorischen Konzepts, das Entwicklungen im Denken des Philosophen und Schriftstellers sichtbar macht, und eine Übersetzung, die den Text seiner Meinung nach entstellt, den Sinn verdreht und Namen und Orte durcheinanderbringt. Für den Fortgang der Edition hofft Gräbe inständig auf Besserung.
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