Henriette Campan

Das kurze und verschwenderische Glück der Königin Marie Antoinette

Die Aufzeichnungen ihrer Kammerfrau Henriette Campan
Cover: Das kurze und verschwenderische Glück der Königin Marie Antoinette
C.H. Beck Verlag, München 2025
ISBN 9783406837159
Gebunden, 348 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben und aus dem Französischen übersetzt von Hans Pleschinski. Was wir über Marie Antoinette, Tochter Kaiserin Maria Theresias und Königin von Frankreich, wissen, wissen wir aus den Memoiren ihrer Kammerfrau Henriette Campan. Sie blieb der schillernd-schönen und tragischen Königin bis an ihr Lebensende treu. Ihre Erinnerungen erzählen von einer versunkenen Epoche und Welt, von einer der radikalsten Umbruchzeiten der Weltgeschichte. Im Oktober 1768 trat Henriette Genet, spätere Campan, ein Amt an, das ihr Leben prägen und ihr mehr als einmal fast den Tod bringen sollte. Henriette war in eine der radikalsten Umbruchzeiten der Weltgeschichte hineingeboren worden, die Zeit der französischen Revolution und des Aufstiegs von Napoleon zum Kaiser der Franzosen. Im hohen Alter gab sie in ihren Erinnerungen Auskunft über eine versunkene Epoche und Welt, über bedeutsame Affären, über todbringende Missgeschicke und immer wieder aufkeimende Hoffnungen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2026

Die Aufzeichnungen der Henriette Campan, Kammerfrau von Marie Antoinette, wurden vielfach ausgewertet - historisch, literarisch, filmisch, weiß Rezensent Stephan Speicher. Dennoch waren sie lange Zeit vergriffen. Hans Pleschinski haben wir es zu verdanken, dass sie nun wieder erhältlich sind - neu übersetzt und kommentiert. In diesen Aufzeichnungen beschreibt Campan anschaulich die erste Phase der Revolution und eben das "kurze und verschwenderische Glück der Königin Marie Antoinette". Ja, die schöne, vergnügungssüchtige, verschwenderische Marie Antoinette - so sah und sieht die Nachwelt sie. Die Aufzeichnungen bestätigen dieses Bild zum Teil, korrigieren es aber auch durch ergänzende, differenzierende Beschreibungen und Beobachtungen, erklärt Speicher. Mit Zuneigung und Mitgefühl erzählt Campan von der Königin, von ihrer unglücklichen Ehe, ihrer Sehnsucht nach Kindern, Freundschaft, Intimität, ihrer Tapferkeit und ihrer Klugheit. Besonders spannend und aufschlussreich findet der Rezensent jedoch Campans Beschreibungen der Stimmung und des Alltags am Hof: einer hochgradig ritualisierten Hofkultur, die von vielen Zeitgenossinnen und Zeitgenossen - wohl auch von der Königin - als zunehmend sinnentleertes Zeremoniell empfunden wurde.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 06.01.2026

Ganz nah kommt man in diesem außergewöhnlichen Buch der während der Französischen Revolution unter die Räder der Geschichte geratenen Königin Marie Antoinette, freut sich Rezensent Tilman Krause. Geschrieben hat es eine Zeitzeugin, nämlich die Kammerfrau und Marie-Antoinette-Vertraute Henriette Campan, deren Aufzeichnungen nun endlich auf Deutsch vorliegen, übersetzt, leicht gekürzt und kommentiert von Hans Plischinski, der, so Krause, dieses historische Dokument ausgezeichnet aufgearbeitet hat. Unter anderem lernt man hier, erläutert der Rezensent, wie sehr das Leben am Hof des Sonnenkönigs von Klatsch und Tratsch bestimmt war, aber auch, wie sehr der Hof mitsamt Marie Antoinette um Reformen bemüht war - allerdings umsonst. Auch über Marie Antoinettes Resilienz nach Ausbruch der Revolution lernt Krause hier einiges. Überhaupt liest er ein schlaues Buch darüber, wie sich ein regime change auf einzelne, fühlende Menschen auswirkt. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.10.2025

Kritiker Stephan Klemm freut sich, mit diesem Buch der historischen Person Marie Antoinette so nahe zu kommen, wie es nur geht: Die Verfasserin war ihre Kammerzofe Henriette Campan. Klemm kann hier den Lebensweg der Tochter Maria Theresias von der Ankunft im absolutistischen Frankreich bis zur Hinrichtung auf dem Schafott nachvollziehen, Campan spart auch die Kritik an Verschwendungs- und Prunksucht nicht aus und macht klar, dass Marie Antoinette und ihr Mann Ludwig XVI. wenig vom Leben der normalen Bevölkerung wussten, lesen wir. Sie selbst hat die Revolution in einem Versteck überlebt - zum Glück, sonst wäre uns diese Text einer "literarischen hochbegabten" Verfasserin entgangen, freut sich der Rezensent.