Mit 8 farbigen und 108 schwarzweißen Abbildungen. Aufbauend auf früheren Arbeiten zur Bildform und zur Symbolsprache, einem Werkverzeichnis und einer Quellensammlung wird hier ein neuer, bisher weitgehend verschütteter Zugang zur Kunst Friedrichs eröffnet. Am Beispiel zweier Hauptwerke, des "Großen Geheges" und der "Kreidefelsen auf Rügen", wird gezeigt, dass Werk und Biografie, die innere und die äußere, eine Einheit bilden. Der Ursprung dieser Malerei liegt in der Überwindung tiefer seelischer Not, die Anfang des Jahres 1801 zu einem Selbstmordversuch führte. Ein neuer Halt in der Religion und von hier ausgehend ein neues Naturverständnis bildete die Grundlage von Friedrichs Kunst und Existenz, deren Eigentümlichkeit er selbst stets betont hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.09.2008
Nach dieser Lektüre hat Andreas Strobl tatsächlich den Eindruck, den Menschen und Künstler Caspar David Friedrich besser zu kennen. Wie Helmut Börsch-Supan mit diesem Buch die Bilanz einer lebenslangen Beschäftigung mit Friedrich zieht, hat dem Rezensenten so gut gefallen, weil der Autor die Fährnisse der Künstlerbiografie umschifft und sich achronologisch dem Bildverständnis des Malers zuwendet. Die Souveränität dabei fällt dem Rezensenten ins Auge, wenn er mit Börsch-Supan die Bilder im Zusammenhang des Gesamtwerks betrachtet und auch Friedrichs Schriften berücksichtigt. Vermisst hat Strobl Reproduktionen von anderen Künstlern und eine eingehendere Darstellung von Friedrichs Studienzeit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.08.2008
Mit großem Lob bedenkt Rezensent Jens Bisky diese Studie über Caspar David Friedrich, die Kunsthistoriker Helmut Börsch-Supan vorgelegt hat. Er versteht sie als Summe der lebenslangen Beschäftigung des Autors mit dem Künstler. Eine "bessere Hinführung" zur "denkenden Betrachtung" der Werke Friedrichs kann er sich kaum denken. Neben der ästhetischen Radikalität sieht er die Frömmigkeit des romantischen Malers im Mittelpunkt der Arbeit. Er attestiert dem Autor, die religiösen "Botschaften" der Bilder überzeugend zu rekonstruieren und durch biografische Deutungen zu erhellen. Zudem begrüßt er Börsch-Supans Präzisierung seiner Position im Kunsthistoriker-Streit um den adäquaten Weg, Friedrich zu verstehen, hält aber auch fest, dass die "polemischen Passagen" des Buchs eher schwach ausfallen. "Überzeugend" findet er den Autor vor allem dort, wo er den Maler in den Kontext seiner Zeit stellt. Besonders hebt er die Ausführungen über zwei Schlüsselwerke - "Das große Gehege" und "Kreidefelsen auf Rügen" - hervor. Außerdem unterstreicht er Börsch-Supans überaus kenntnisreiche Kommentierung von Friedrichs "Äußerungen bei Betrachtung einer Sammlung von Gemälden von größtenteils noch lebenden und unlängst verstorbenen Künstlern". Dagegen vermisst er einen näheren Blick auf Leitworte des Künstlers wie "Herz", "Gemüt", "Gefühl". Nichtsdestoweniger würdigt er das Buch als "beeindruckende Studie", die man mit Gewinn liest.
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