Die erhaltenen Werke des griechischen Dichters Sophokles, zu denen beispielsweise König Ödipus und Antigone gehören, sind feste Bestandteile unseres kulturellen Gedächtnisses geworden. In diesem Band stellt mit Hellmut Flashar ein international renommierter Literaturwissenschaftler den antiken Dichter, sein Leben, seine erhaltenen Tragödien und das einzige von ihm überlieferte Satyrspiel vor. Der Autor erläutert die politische, religiöse und zeitgeschichtliche Stellung der Stücke in der Lebenswelt der Athener. Er ordnet die Werke des Sophokles literaturgeschichtlich ein, bestimmt ihr Verhältnis zu jenen der beiden anderen bedeutenden Tragödiendichter Athens - Euripides und Aischylos - und skizziert ihre Rezeptionsgeschichte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.11.2000
Dies ist die erste deutsche Sophokles-Monografie deutscher Sprache seit 1933 - und seither ist dem Dichter, worauf der Rezensent Albert von Schirnding hinweist, sowohl der "Faltenwurf edler Menschlichkeit" wie "der Nebelschleier des Irrationalen" abhanden gekommen. Statt dessen betone Flashar den politischen Aspekt von Sophokles` Tragödien, weise auf die unheldischen Züge der mythischen Helden hin und demonstriere, dass es um den nicht auf Kompromisse zuzuführenden Austrag "objektiver Gegensätze" geht. Schirnding lobt den Verzicht des Autors auf jede "Idealisierung", schätzt den auf alle Polemik verzichtenden Ton der Interpretationen und begrüßt auch einzelne Bezugnahmen auf gegenwärtige Aufführungspraxis.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.10.2000
Manfred Fuhrmann ist sehr angetan vom ersten deutschsprachige Buch über Sophokles seit Jahrzehnten. Er attestiert dem Spezialisten Hellmut Flashar, dass er den neben Aischylos und Euripides wichtigsten altgriechischen Dramatiker in genaue Beziehung zur griechischen Geschichte setzt und die sieben überlieferten (von 123 namentlich bekannten) Dramen überzeugend interpretiert. Er goutiert, dass Flasher seine eigene Methode fährt und keinerlei Anleihen bei neueren Schulen macht, die Fuhrmann altbacken mit dem ?französischen Strukturalismus? versinnbildlicht (der nun auch schon wieder 40 Jahre alt ist); er goutiert nicht, dass Flashar behauptet, ohne die Poetik des Aristoteles auszukommen, und sich dann doch ständig darauf bezieht.
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