Enthusiastisch beginnt Helga M. Novak 1954 ein Journalismus-Studium, fühlt sich jedoch schon bald wie ein Tier im "Schwanenhals", der tödlichen Jagdfalle, aus der man sich nicht befreien kann. Als die Stasi sie verpflichtet, ihre Kommilitonen zu bespitzeln, tritt sie aus der Partei aus und wird exmatrikuliert. Ende 1957 flieht sie mit ihrem isländischen Freund nach Island, schreibt, arbeitet in Fischfabriken und kehrt erst 1965 nach Leipzig zurück. Am Johannes R. Becher-Institut versucht sie einen Neuanfang, doch eine wie sie ist unerwünscht. Lange vor Wolf Biermann wird Helga M. Novak aus der DDR ausgewiesen. Staatenlos führt sie ein unstetes Leben, das sie quer durch Europa führt. Ihre Bücher wurden in der DDR nicht veröffentlicht; ihre Gedichte findet man dort nur als Abschrift in den Akten der Staatssicherheit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.12.2013
Kraftvoll erscheint der Lebensrückblick der Schriftstellerin und DDR-Dissidentin Helga M. Novak der Rezensentin Sabine Doering nicht zuletzt, da der über einen langen Zeitraum entstandene und später nicht eigens geglättete Text so offen und wahrhaftig ist, auch den Schwächen der Autorin gegenüber (ihrer Stasi-Mitarbeit etwa). Doering schätzt die so sichtbaren verschlungenen Lebenswege, die die Autorin unter anderem von der DDR nach Island, Sizilien, in die BRD und nach Polen, aber auch immer wieder zurückgeführt haben. Kontinuität wiederum erkennt Doering in der Liebe der Autorin zum Sozialismus, den Novak schließlich auch gegen die eigene Heimat verteidigte.
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