Helene Gestern

Schwindel

Roman
Cover: Schwindel
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2022
ISBN 9783895613449
Gebunden, 96 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Patricia Klobusiczky. Warum beendet eine in Leben und Beruf stabile Frau eine glückliche Beziehung, um sich mit Haut und Haar einem Mann auszuliefern, der ihr nicht guttut? Was als harmlose Begegnung unter Kollegen zu gemeinsamen Aufenthalten in Paris führt, entwickelt sich zu einer fatalen Leidenschaft. Aus erotischer Anziehung und Ebenbürtigkeit wird zu nehmend Qual, als Streitereien und Versöhnungen in immer dichterer Folge wechseln, Nachrichten und Treffen immer unverbindlicher und seltener werden. Die Affäre gerät zur Obsession, als der Geliebte verstummt und Mails unbeantwortet lässt. Dass er gleichzeitig keine endgültige Trennung akzeptiert, sondern immer wieder eifersüchtig und mit zerstörerischer Wucht in ihrem Leben auftaucht, zieht ihr vollends den Boden unter den Füßen weg.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 18.08.2022

Rezensentin Manuela Reichart empfiehlt Hélène Gesterns Buch "Schwindel" nicht weiter. Die an der Universität von Nancy unterrichtende Autorin erzählt darin von ihren ziemlich gewöhnlich gescheiterten und teilweise toxischen Liebesbeziehungen und folgt dabei literarisch den Spuren von Annie Ernaux. Der Rezensentin zufolge scheitert das, denn sie liest hier statt einer spannenden Erzählung lediglich eine sprachlich wenig bietende "Aneinanderreihung von Begebenheiten und Einschätzungen, Beschreibungen und Analysen", deren Figuren ebenso fade sind wie das Geschehen. Reichart kann anerkennen, dass der Autorin das Aufschreiben aus ihrer Krise geholfen hat, aber um es als Literatur anerkennen zu können, bietet es zu wenig, schließt sie.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 20.07.2022

Rezensent Jan Drees ärgert sich über Helene Gesterns zwischen Essay und (autobiografischer) Erzählung changierenden Text über die durch eine gescheiterte Liebe ausgelöste Depression. So richtig mitleiden mag er nicht mit der Protagonistin, die nach zwei gescheiterten Liebesversuchen im Schmerz versinkt. Der Ton wechselt zwischen Kitsch und allzu technischer Argumentation, kritisiert der Rezensent. Lieber als von Gestern lässt er sich Liebesleid von Roland Barthes oder Eva Illouz auseinandersetzen. An die reicht Gesterns "erschütternd banaler", zäher Text nicht heran, findet Drees.

Beliebte Bücher

Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Anne Carson. Rot - Zwei Romane in Versen. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 2019.Anne Carson: Rot
Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…