Was kam in wohlhabenden Häusern im barocken Zürich auf die Teller? 1699 hielt die Bürgersfrau Anna Margaretha Kitt 470 Rezepte handschriftlich fest. Dieses Manuskript, ein rares Dokument der damaligen Alltags- und Kochkultur, befindet sich in der Zentralbibliothek Zürich. Es zeigt eine reiche Auswahl von mit Ingwer, Muskatnuss, Safran oder Nelken gewürzten Fleisch- und Fischgerichten, Pasteten, Obst und eingemachtem Gemüse. Die von der Historikerin Mira Imhof erstellte Transkription befindet sich im Anhang des Buches und legt den historischen Schatz frei. Die Herausgeberinnen haben 45 Rezepte aus heutiger Sicht nachgekocht und ordnen in verschiedenen Texten die damalige Kochkultur ein. Der abwechslungsreiche Rezeptteil reicht von den "gebachen Kalberlebern mit einer sauren Brühen" über "rüeblinkügelin" bis zur köstlichen "apfeldurten".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.2023
Rezensent Jürgen Dollhase empfiehlt dieses Barock-Kochbuch mit Einschränkungen. Durchaus mit Interesse blättert der Kritiker durch die Rezepte der Schweizerin Anna Margaretha Gessner, geborene Kitt. Auch die Anmerkungen zur "Alltags- und Kochkultur" um 1700 findet Dollhase anregend. Das barocke Schweizerdeutsch macht ihm nicht allzu große Probleme, aber weshalb die Herausgeberinnen die interessantesten Rezepte weggelassen haben, ist ihm ein Rätsel. Launig und liebevoll gemacht ist das Buch aber allemal, versichert der Rezensent, der das ein oder andere Rezept durchaus gern nachgekocht hat.
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