Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.05.2000
Hanno Helbling konzentriert sich in seiner Rezension vor allem auf einen Beitrag Heinz Joachim Helds, der sich mit der nicht unproblematischen Haltung des Ökumenischen Rats bei Menschenrechtsfragen in den ehemals kommunistischen Ländern befasst. Helbling betont, dass Held die vermeintliche Indifferenz diesen Ländern gegenüber recht plausibel mit einer Rücksichtnahme auf die dort lebenden Christen begründet. Nach Helbling erfährt man in diesem Beitrag einiges über taktische Diplomatie, wobei bestimmte kirchliche Organisationen die Rolle des Anklägers übernehmen, woraufhin andere wiederum eine vermittelnde Haltung einnehmen. Helbling weist auf die spezielle Problematik hin, dass Christen im Osten von Informationen über Debatten westlicher Organisationen abgeschnitten waren, anders als ihre Regierungen, und dass deswegen für den ÖRK (auch für den Vatikan) kein Weg an den "staatlichen Instanzen" vorbei führte. Helbling lobt Helds Darstellung insgesamt als "sehr materialreich und nuanciert".
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