Warum sind viele Einwanderer in ihrer neuen Heimat traditionsbewusster, als sie es am Herkunftsort waren? Warum zelebrieren sie oft das Anderssein? Was interessiert sie wirklich an Deutschland? Für sein neues Buch hat Bestsellerautor Heinz Buschkowsky mit Sozialarbeitern gesprochen; er lässt Imame und Islamaussteiger zu Wort kommen, verschleierte Frauen, die nicht allein ins Kino dürfen, und Männer, die von großen Autos träumen, aber Hartz-IV-Empfänger sind. Heinz Buschkowsky entwirft ein aufrüttelndes Szenario für die Zukunft. Wird sich unsere Gesellschaft zu einer anderen entwickeln?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2014
Mit großem Interesse liest Rezensentin Regina Mönch Neues aus der Feder des streibaren Neuköllner SPD-Bürgermeisters Heinz Buschkowsky. Für Mönch zeigen die zum Buch destillierten Gesprächsprotokolle, die Buschkowsky im Gespräch mit Muslimen, Sozialarbeitern, Islamwissenschaftlern, Studenten u. a. hat anfertigen lassen, einen engagierten Politiker, der dem Islam in all seinen Ausprägungen auf der Spur ist und die Grenzen der Toleranz dort verortet, wo kulturelle Identität die Demokratie in Frage stellt. Lebenssatt findet Mönch die im Buch enthaltenen Momentaufnahmen, erkenntnisreich die vom Autor hinzugefügten wissenschaftlichen Expertisen. Die Verbitterung des Autors angesichts von Fehlentwicklungen bei der sozialen Integration und winzigen Normverschiebungen mit fatalen Folgen, etwa durch missverstandene sprachliche Korrektheit, scheint Mönch nachvollziehen zu können.
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