Evelyn Finger möchte sich in ihrer Begeisterung für die Kleistschen Novellen "mehr solche Dichter wünschen und russische Grafen, die anstatt mit der Tür ins Haus zu fallen, umständlich sich erklärend, unser Herz im Sturm erobern". Das Herz der Rezensentin schlägt vor allem für die kompliziert verschachtelte Kleistsche Sprache, die sich wohltuend von der "glatten, dummen Schnelligkeit" jener Literatur abhebt, die seit der Aufklärung von "Textoptimierungsseuche" und "Hauptsatzidiotie" befallen scheint. Kleist hingegen "stellt seine Figuren in ein Gewirr aus Relativsätzen, temporalen und kausalen Erläuterungen, das ähnlich unbegradigt wirkt wie das echte Leben". In der "Marquise von O." verliert sich besagter Graf in Abschweifungen und Andeutungen während er "spontan" seine Liebe erklärt. Bei Kleist müsse man zwischen den Zeilen lesen, in seinen Novellen wird "mehr geahnt als gewusst". Finger führt dieses tastende Zögern auf Kleists Überzeugung von der Begrenztheit der Sprache zurück. Zeitgenossen berichten von der "Unbestimmtheit seiner Rede, die sich dem Stammeln nähert".
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Dörte Hansen: Broder "Es zählt nur einer auf dem Hof, das ist der Sohn, der bleibt. Aber die anderen, die übrig sind, die zweiten, dritten, vierten Söhne und die Töchter, die nicht zählen, bleiben…