Heinrich Steinfest

Der Nibelungen Untergang

Cover: Der Nibelungen Untergang
Philipp Reclam jun. Verlag, Ditzingen 2014
ISBN 9783150109496
Gebunden, 120 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Mit einem Storyboard von Robert de Rijn. Die "Nibelungen" sind ein Breitwand-Stoff, mit allem, was dazugehört: starke Helden, schöne Frauen, scharfe Schwerter, schweres Gold. Deshalb erzählen Heinrich Steinfest und Robert de Rijn die alte Geschichte auch ganz modern als Film, in einem rasanten Storyboard. Das Kopfkino bringt es ans Licht: Blonder Superheld Siegfried? Eher dunkel, eher klein, dafür vom Größenwahn beseelt, eher so der Typ Tom Cruise. Liebliche Maid Kriemhild? Rasende Rächerin viel eher. Finsterling Hagen? Der einzige, der eine Ahnung davon hat, was er tut, auch wenn es Verbrechen sind. Königinnen-Streit in Worms? Eher Zickenkrieg auf der Kirchentreppe. Und Nibelungentreue? Rücksichtslos durchgesetzte Gefolgschaft. Wo muss das alles enden, wo endet es immer, und mit einem Sog, dem sich noch kein Hörer und Leser der Geschichte je entziehen konnte? Im Untergang.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.01.2015

Joachim Heinzle stellt betrübt fest, dass jede Zeit wohl das Nibelungenlied hat, das sie verdient. In diesem Sinn liefert Heinrich Steinfest für ihn die zeitgemäße Nacherzählung der Geschichte, forciert aktualisiert mit Gegenwartswissen. Wenn Steinfest nun Siegfried mit Elvis und Michael Jackson vergleicht, die Tarnkappe zum Fetischanzug macht und vulgär-schnoddrig von Siegfried dem Proleten berichtet, schluckt Heinzle und wünscht sich den Urtext zurück. Zumal Steinfests temporeiche "Trivialisierung" vieles nur streift, Figuren nicht ausarbeitet und auch durch die beigefügten Zeichnungen nicht wirklich dazu gewinnt, wie Heinzle anmerkt.
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