Aus dem Englischen von Bettine Braun. Tristan hätte Isolde nicht lieben dürfen und Isolde nicht Tristan, denn sie war von König Marke auserwählt. Nur deshalb, so vermutet Rosemary Sutcliff, fügten die höfisch-mittelalterlichen Erzähler das Motiv des von beiden versehentlich genossenen Liebestranks ein. Sie greift auf das alte - wilde, dunklere - keltische Original zurück und erzählt in wunderbarer Weise, wie sich die tiefe Liebe zwischen der irischen Königstochter Yseult und dem kornischen Helden Tristan entwickelt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.05.2017
Veronika Hock hält Rosemary Sutcliffs Bearbeitung des Tristan-und-Isolde-Stoffes von 1971 für weiterhin zeitgemäß für junge Leser. Dass die Autorin für ihr Buch auf die keltischen Ursprünge des Stoffes zurückgreift, findet sie ebenso plausibel wie den Umstand, dass Sutcliff in ihrer Fassung auf das Motiv des Liebestranks verzichtet. Laut Rezensentin gewinnt die Sage dadurch noch an Glaubwürdigkeit für junge Leser. Auch trifft Sutcliff den Ton mit einer archaisierenden Sprache, ohne aufgesetzt zu wirken, meint Hock. Die Handlung bestimmt anders als im Höfischen Roman das Geschehen und macht das Buch kurzweilig, schreibt Hock, auch wenn sich Tristan und Isolde erst nach einem Viertel des Textes treffen.
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