Herausgegeben von Klemens Renoldner. Die "Schachnovelle" ist Stefan Zweigs letztes Werk. Vier Abschriften ließ er von seiner Frau Lotte herstellen und versendete sie an verschiedene Verleger, bevor beide zusammen 1942 im brasilianischen Petropolis den Freitod wählten. Nach dem Krieg entwickelte sich die Erzählung zum Klassiker. Der Herausgeber Klemens Renoldner vom Stefan Zweig Centre in Salzburg verglich die drei noch erhaltenen Typoskripte und erstellte auf diese Weise zum ersten Mal einen verlässlichen Text. Ein genauer Zeilenkommentar sowie ein informiertes Nachwort erschließen dieses so wichtige Dokument in angemessener Weise.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.07.2013
Gleich zwei Neuausgaben von Stefan Zweigs "Schachnovelle" erkämpfen sich ihren Platz auf dem Universitäts- und Schulbuchmarkt - und für Rezensent Christian Metz geht der Sieg nach Punkten ganz klar an Reclam. Denn im Gegensatz zur dtv-Ausgabe sei das Glossar der Novelle nach Seiten und Zeilen zugeordnet und wirke deshalb "lektürepraktischer", so der Kritiker. Lobend erwähnt er auch die bei Reclam aufgelisteten Hinweise zur Sekundärliteratur und das kulturwissenschaftlich angelegte, "aspektreiche" Nachwort des Zweig-Experten Klemens Renoldner. Auch in der Text-Auswahl und Aufarbeitung sieht der Rezensent den Reclam-Verlag deutlich vorne: Die komplizierte Publikationsgeschichte sei nicht nur detailgetreu aufgeführt, lobt Metz, sondern Renoldner synthetisiere aus den drei heute noch verfügbaren Typoskripten eine synoptische Textgrundlage und weise die Abweichungen zwischen den einzelnen Varianten mit Anmerkungen nach. Vorbildlich!, urteilt der Rezensent.
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