Heinrich Detering (Hg.)

Autorschaft

Positionen und Revisionen
Cover: Autorschaft
J. B. Metzler Verlag, Stuttgart 2002
ISBN 9783476018502
Gebunden, 608 Seiten, 104,90 EUR

Klappentext

Die Auseinandersetzung um den "Tod des Autors", seine Umwertung oder Rückkehr ist in den vergangenen Jahren zunehmend lebhaft geführt worden. Mittlerweile ist der theoretische Prozess von Nietzsches "Ich als Wortspiel" zu Barthes' "mort de l'auteur" seinerseits zum Gegenstand theoretischer Reflexionen geworden, die nicht nur einen vertrauten Terminus betreffen, sondern eine grundlegende Kategorie hermeneutischen Textverstehens. In derselben Zeit aber erfuhr der Totgesagte nicht nur in der Pragmatik des 'literarischen Lebens', sondern auch in der Praxis der literaturwissenschaftlichen Arbeit eine bemerkenswerte Wiederbelebung. Das in diesem Band dokumentierte Symposion hat, eine Generation nach Barthes' Proklamation, theoretische Prämissen, literarische Inszenierungen und Formen des literaturwissenschaftlichen und öffentlichen Umgangs mit "Autorschaft" interdisziplinär erörtert. Dabei reichen die Fallbeispiele von der Epoche der Empfindsamkeit bis zur Autorschaft im Internet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.08.2003

Für Rezensent Andreas Rosenfeld zählt dieser letzte Band der Germanistischen DFG-Symposien "zu den Meilensteinen der Reihe". Es geht, wie man erfährt, um die nach dem von Barthes und Foucaults verkündeten "Tod des Autors" wieder erwachte Neugier des Faches an der "Autorfunktion". Die Bedeutung des Bandes zeige sich, wie Rosenfelder schreibt, vielleicht am deutlichsten in einem Credo, das sich in einem Diskussionsbericht am Ende verstecke, wo es heißt: "Entschieden wurde die Existenz des empirischen Autors festgehalten". So handelt es sich dann für Rosenfeld auch tatsächlich um ein bemerkenswertes Zeugnis jenes "Glaubenskampfes", von dem der Herausgeber spreche. "Nicht wenige Gewissheiten aus dem Gefolge der Autorkritik" so erfahren wir, "stellt der Band in Frage." Zu den "Paukenschlägen" in diesem Sinne zählt der Rezensent einen Beitrag von Gerhard Lauer aus München, der den "Topos von der juristischen Konstruktion des Autors um 1800" attackiere. Dennoch aber habe, berichtet Rosenfelder weiter, mit diesem Symposium weder ein "Festspiel des Revisionismus noch eine Rückkehr zur unvordenklichen Einheit von Leben und Werk" angestanden, vielmehr suchten viele Beiträger einen "kritischen Anschluss an die Kritik des Autorbegriffs".
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