Herausgegeben von Regina Nörtemann. 'Da hast Du die Erklärung meiner Empfindungen für die ich keinen Namen weis, denn es ist mehr als Freundschaft, und weniger als Liebe', schreibt Luise Justine Mejer an Heinrich Christian Boie am 21. April 1783. In ihrem über fast zehn Jahre geführten Briefwechsel zeigt sich, dass nur über die
Festigung der Freundschaft bei größtem Zugestehen von Freiheit die Liebe zum Vorschein kommen darf. Der Briefwechsel gibt Einblicke ebenso in die geschichtlichen und politischen Ereignisse in Kurhannover und im dänischen Dithmarschen wie auch in das Leben und Alltagsleben der Funktionseliten und das der unteren Gesellschaftsschichten. In drei Textbänden werden erstmals alle 815 Briefe aus den Jahren 1776-1786 versammelt. Neben einem Nachwort, das die Briefe in ihre geschichtlichen, politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontexte einordnet, enthält der vierte Band einen umfassenden und kenntnisreichen Kommentar.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.03.2017
Was für ein Glück, dass Luise Justine Mejer den sie umwerbenden Verleger Heinrich Christian Boie ganze zehn Jahre bis zum Ja-Wort zappeln ließ, meint Rezensent Steffen Martus. Denn sonst wäre uns diese nun von Regina Nörtemann in drei Briefbänden und einem Kommentarband herausgegebene grandiose Korrespondenz entgangen, fährt der Kritiker fort, der hier liest, wie Boie und Meier ihr Seelenleben ausbreiten und analysieren, sich ver- und erklären und Alltägliches ebenso niederschreiben wie weltpolitische Geschehnisse. Nicht nur Kultur- und Sozialhistoriker werden ihre helle Freude an dem Briefwechsel haben, glaubt Martus - die Gefühlsbekundungen der Verliebten sind literarisch derart "souverän" und spannungsvoll, dass es ein großes Lektüre-Vergnügen ist, versichert er. Hier lässt sich die Aufklärung von ihrer "empfindsamen" Seite kennenlernen, schließt der Rezensent, der ganz nebenbei auch einiges über den zeitgenössischen Literaturbetrieb, die Lese- und Vorlesekultur und die epochalen Umbrüche erfahren hat.
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