Verkehrungen, Umkehrungen und Konversionen bilden das Thema, das Fritz Kramer immer wieder beschäftigt hat und das er wie kein anderer elaborierte: Konversionen der Blicke und Perspektiven; Konversionen innerhalb einer Kultur und zwischen Kulturen; Konversionen von sozialen Rollen und Identitäten, Konversionen vom Ethnographen zum Wilden, vom Fremden zum Gast, vom Ältesten zum Ahnen, vom Narren zum Meister, von der Person zum Bild und zum Geist - und umgekehrt. Mit den hier versammelten Bildern und Texten zu einer Ethnologie kultureller Konversionen möchten Freunde und Kollegen Fritz Kramer zum 60. Geburtstag ehren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.07.2002
Der Band ist eine Festschrift zum 60. Geburtstag des Ethnologen Fritz Cramer, darüber hinaus aber so etwas wie eine Bestandsaufnahme zur Situation des Faches. Zwar gibt es auch eher anekdotische Beiträge - Hans-Peter Duerr berichtet von einer in Pidgin verfassten Resolution gegen einen Nazi-Professor -, der Rezensent Burkhard Müller stellt jedoch eher die Beträge heraus, die sich mit der methodischen "Selbstanzweifelung" des Faches befassen. Weder als quasi-kolonialistische "Völkerschau" noch als Beitrag zum Klassenkampf lässt sich die Ethnologie heute noch begreifen. Was bleibt, ist die, so Müller, "halbherzig-unbehagliche Auskunft" Richard Rottenburgs, der den "Blick aus der Ferne auf das Eigene, den man sich innerhalb des Eigenen nicht hätte ausdenken können", einfordert. Schwierige Sache das, meint Burkhard Müller dagegen: das ähnelt dem Bemühen, "sich selbst von hinten anzugucken" - und sei ähnlich erfolgversprechend.
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