Zwei Bände. Mit 50 Abbildungen. Die Weichen für die Entwicklung der Schweiz zu dem, was sie heute ist, wurden Mitte des 19. Jahrhunderts gestellt. Während der Siegeszug der Fabrikindustrie und der Eisenbahn das soziale und wirtschaftliche Gefüge auf ein neues Fundament stellte, wurden auf dem politischen Feld die Grundlagen des bundesstaatlichen Systems festgeschrieben. Der hier vorliegende zweite Teil der Luzerner Kantonsgeschichte des 19. Jahrhunderts beleuchtet diese Periode aus kantonaler Perspektive. Anhand umfangreichen Quellenmaterials gibt Heidi Bossard-Borner Einblick in die dramatischen Vorgänge im Kanton Luzern. Dabei stehen die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen politischen und konfessionell-religiösen Faktoren und die Ausformung des für Luzern charakteristischen Zweiparteiensystems im Mittelpunkt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.04.2009
Dass sich Heidi Bosshard-Borner im nun vorliegenden zweiten Band ihrer Luzerner Kantonsgeschichte fast ganz auf die politischen Kontroversen "männlicher Eliten" beschränkt, stellt für Urs Hafner zwar eindeutig eine Schwäche dar. Doch wettgemacht sieht der Rezensent das durch die Genauigkeit und Einfühlsamkeit, mit der die Autorin insbesondere die Auseinandersetzungen zwischen Konservativen und Liberalen und in der Kirchenpolitik analysiert. Die Zeit von 1831 bis 1875, die der tausendseitige Band umfasst, scheint ihm allerdings ziemlich "willkürlich" und nicht unbedingt zwingend, wie er deutlich macht.
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