Simon Mason
Ein Mord im November - Ein Fall für DI Wilkins
Kriminalroman

btb bei Goldmann, München 2025
ISBN 9783442495641
Paperback, 400 Seiten, 17,00 EUR
ISBN 9783442495641
Paperback, 400 Seiten, 17,00 EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Sabine Roth. DI Ryan Wilkins kennt die Universität Oxford nur aus der Ferne. Aufgewachsen in einem Trailerpark ist ihm diese elitäre Welt so fremd wie suspekt. Nun führt ihn der grausame Mord an einer jungen Frau ausgerechnet in die ehrwürdigen Hallen eines der Colleges - und an die Seite seines Namensvetters, des smarten DI Ray Wilkins, Spross einer wohlhabenden nigerianisch-britischen Familie und Oxford-Absolvent. Das ungleiche Team muss herausfinden, wer die Unbekannte ermordet hat, deren Leiche im Arbeitszimmer von Sir James Osborne, dem Prorektor von Barnabas Hall, gefunden wurde. Die Ermittlungen erfordern Takt und Fingerspitzengefühl, beides nicht gerade Ryans Stärken. Dafür ist er ein brillanter Beobachter. Gemeinsam mit Ray stößt er auf Verbindungen zwischen der Toten und einer alten Schuld, die bald weitere Opfer fordert ...
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 11.08.2025
Rezensent Thomas Wörtche empfiehlt Simon Masons Krimi mit kleinen Einschränkungen. Die Geschichte um einen Mordfall an einem feinen englischen College erzählt der Autor laut Wörtche eher auf konventionelle Weise mit klischeeartig gehaltenen Figuren und den Zutaten eines klassischen Whodunit. Was Wörtche allerdings begeistert, ist das ungewöhnliche Ermittlerduo: Zwei Detectives mit gleichem Namen und vollkommen unterschiedlicher Sozialisation, der eine hochgebildet und kultiviert, der andere prollig und direkt und mit Trailerpark-Hintergrund. Wie sich die beiden im Handlungsverlauf abstoßen, aneinander reiben und schließlich miteinander auskommen, scheint Wörtche durchaus sympathisch und heiter. Ob diese Konstellation für weitere Fälle trägt, bleibt abzuwarten, meint der Rezensent etwas skeptisch.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.07.2025
Zwei Ermittler, ein College und eine Tote im Arbeitszimmer: Rezensentin Sylvia Staude zeigt sich beeindruckt von Simon Masons Oxford-Krimi, der trotz klassischem Setting viel Eigenes wagt. Im Mittelpunkt stehen zwei so unterschiedliche Ermittler, dass man sich fragt, wie die Zusammenarbeit überhaupt funktioniert: der glatte "Überflieger" Ray und der wie ein Teenager wirkende Ryan - beide heißen Wilkins, doch sonst verbindet sie wenig, lesen wir. Die junge Frau, deren Leiche im Büro von Sir James Osborne, Provost von Barnabas Hall, gefunden wird, wurde erwürgt und hat noch im Tod einen extrem zornigen Gesichtsausdruck, lesen wir - sonst tappen die Ermittler lange Zeit völlig im Dunkeln. Mason wartet für seine Leser mit einem fein gezeichneten Ensemble: von der syrischen Küchenhilfe bis zum arthritischen Pförtner, staunt die Kritikerin. Mason konstruiert klug, bleibt aber stets bei den Figuren, ganz ohne Sentimentalität, lobt Staude. Ein Roman, der dem klassischen Whodunnit "mit sanfter Gewalt" neues Leben einhaucht.
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