Hans Zender - Jahrgang 1936 - gilt als einer der wichtigsten Komponisten und Dirigenten seiner Generation und ist auch als Musikschriftsteller hervorgetreten. Der vorliegende Band besitzt, indem er alle wesentlichen Texte versammelt, nahezu den Charakter einer "Gesamtausgabe". Er versteht sich als umfassende Basis für eine intensive Auseinandersetzung mit dem facettenreichen kompositorischen Werk und der vielschichten Gedankenwelt Zenders.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.06.2005
Kristina Maidt-Zinke kann jeden einzelnen Text dieser Sammlung der historischen, philosophischen, ästhetischen und kulturkritischen Überlegungen Hans Zenders empfehlen. Dabei beschränke sich der Leserkreis nicht auf Musikkenner und -liebhaber. Den Artikel "Auge und Ohr" sollte ihrer Meinung nach jeder Regisseur lesen, die Gedanken über "Geistliche Musik und Liturgie" möchte sie in der Handbibliothek möglichst vieler Theologen sehen. Jeder, der Musik und Kunst überhaupt als Quelle der Erkenntnis betrachtet, ist nach der Meinung der Rezensentin geeignet für die "bereichernden Schriften", die Zenders weitem Denk-Horizont entsprungen sind. Dabei verliere Zender auf "höchstem" intellektuellen Niveau niemals die "Verbindung zur Lebenspraxis", bei aller "moralischen Radikalität" bewahre er sich stets seine Offenheit. Und auch die kulturpolitischen Kommentare bestechen laut Maidt-Zinke durch ihre "scharfe Formulierung" und "unerbittliche Klarsicht".
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