Hans-C. Graf Sponeck, der von 1998 bis 2000 das Programm "Öl für Lebensmittel" in Bagdad leitete, analysiert die Folgen der Sanktionen gegen Saddam Husseins Irak und das Scheitern der Irak-Politik des UN-Sicherheitsrates. Im Zentrum steht die Frage, wie sich die ökonomischen Sanktionen auf das alltägliche Leben im Irak auswirkten. So dokumentiert der Autor anhand unveröffentlichter Quellen den Zusammenbruch von Elektrizitätsversorgung, Gesundheitswesen, Wasserversorgung und weiter Teile der Infrastruktur. Schulen und Universitäten kollabierten, Tausende von Kindern starben an verunreinigtem Wasser oder durch den Mangel an Medikamenten, und die Iraker hungerten, weil sie im Land kaum noch Nahrungsmittel produzieren konnten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 03.05.2006
Barbara Dietrich ist merklich erschüttert angesichts der "verheerenden Bilanz", die der ehemalige Leiter des UN-Programms "Food for Oil" aus den Sanktionen im Irak zieht. Der UN-Diplomat Hans-C. Sponeck, der 1998 mit der Aufgabe betreut wurde und das Amt schon 2 Jahre später wieder aufgab, weil er die Folgen der Sanktionen nicht länger mitverantworten wollte, mache für die sich stetig verschlechternde Lage zum einen den Diktator Saddam Hussein, zum anderen aber die Vereinten Nationen selbst verantwortlich, stellt Dietrich beklommen fest. Sie lobt die "Fülle von Informationen", die Sponeck in seinem Buch bietet und findet, dass er "weit reichende Einblicke" in die Strukturen der UN ermöglicht. Sympathisch ist ihr, dass der Autor aus seiner "uneingeschränkten Parteinahme" für das irakische Volk und seiner Ablehnung Saddams keinen Hehl macht. Lediglich die seltsame Zurückhaltung, die Sponeck in dem Kapitel über seine Begegnung mit dem Diktator an den Tag legt, indem er beispielsweise von "angeblichen" Giftgaseinsätzen" schreibt, die Hussein zur Last gelegt werden, "verwundern" die Rezensentin sehr.
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