"Leichte Gedichte" in einer Zeit schwerer globaler Krisen - kann das gutgehen? Und was wollen sie uns sagen? Doch kurzweilig wird es allemal, wenn ein Dichter und ein Bildkünstler vom Range Enzensbergers und Tripps uns den Schein des Lebens vor Augen führen. Mit Lust und Laune wirbeln beide ihn auf, den Staub unserer irdischen Verhältnisse in Gestalt von Menschen, Tieren und Dingen. Da wird noch auf einer Beisetzung die Nacht durch getanzt, als sich herausstellt: Der Tote ist gar nicht endgültig tot. Makaber? Nicht, solange alles in ein paar Binnenreime, ein Liedchen à la Heine, eine Villanelle oder eine Bildsequenz passt. Und was danach? Ohne Eintrittskarte auf eine unheilige Auferstehung zu warten kann Nerven kosten. Hauptsache also, es ist schnell vorbei und alle Beteiligten befinden erleichtert: "Schwamm drüber!"
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.09.2023
Das Wichtigste ist es, nie eindeutig zu sein, lernt der hier rezensierende FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube. "Schwer" seien Enzensberger Gedichte nun ohnehin nie gewesen, und so stehen die hier nachgelieferten Brosamen ganz und gar in der bekannten Enzensbergerschen Tradition der Ironie und Offenheit, bestens geeignet auch für die Schullektüre, findet Kaube, denn diese Gedichte sind nicht nur leicht, sondern auch leicht verständlich. Großen Witz beziehen sie laut Rezensent aus der Gleichzeitigkeit des Gleichzeitigen, die Enzensberger offenbar aus der Zeitungslektüre oder dem Briefkasten entgegenpurzelt. Die Liste, die ja auch im Internet populär ist, erkennt Kaube neben "Variationen auf Phrasen des Alltags" oder spöttisch gewendeten Pathosformeln als ein häufiges Stilmittel: "die Leberwerte, das Führungszeugnis".
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