Hans Joachim Schädlich

Catt

Ein Fragment
Cover: Catt
Verbrecher Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783957321237
Gebunden, 120 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Eine junge Frau, die von ihren besten Freunden Catt genannt wird, verdient in Ostberlin als Taxifahrerin ihr Geld. Das Taxifahren ist nur ein notwendiger Job. Catt ist eine Schriftstellerin, die die Erfahrungen ihres Arbeitsalltags und ihrer persönlichen Beziehungen einerseits in ausgearbeiteten Prosaskizzen, andererseits in bloßen Arbeitsnotizen festhält. Catt ist auf der Suche nach ihrer Freundin Janina, die plötzlich verschwunden ist. Janina war Assistentin am Kunsthistorischen Institut der Universität. Die Nachforschungen über Janinas Verbleib zeichnet Catt mit dem literarischen Anspruch auf, Janinas Geschichte zu schreiben - so entsteht eine Geschichte in der Geschichte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2015

Als Warnung vor der Verführbarkeit durch Macht und Aufruf zum Widerstand liest Rezensentin Lena Bopp Hans Joachim Schädlichs frühen, Fragment gebliebenen Text zum 80. Geburtstag des Autors. Aber auch als Lektion in der Ökonomie des Wortes taugt ihr Schädlichs Zeitzeugnis, die Geschichte der Ost-Berliner Taxifahrerin Catt auf der Suche nach ihrer verschwundenen Freundin. Wie genau und klar Schädlich Worte platzierte, welch hohen Wert er jedem einzelnen von ihnen beimaß, wird Bopp beim Lesen deutlich. Das Nachwort von Schädlichs früherer Frau Krista Maria Schädlich findet sie ebenfalls lesenswert. Es rekonstruiert die Textentstehung und zeigt Schädlich Anfang der 70er im Kreis von Grass, Kirsch, Born und Christa Wolf.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.10.2015

Rezensentin Cornelia Geißler schätzt die Reduktion bei Hans Joachim Schädlich, das Ablegen allen Beiwerks der Sprache. Das anlässlich des 80. Geburtstags des Autors erscheinende Fragment besticht laut Geißler durch ein hohes Sprachbewusstsein, das Identitäten gern im Unklaren belässt. Die Geschichte der Ost-Berliner Taxifahrerin Catt interpretiert die Rezensentin als Darstellung eines unsteten Lebens im Land der Ordnung. Der Band erfreut Geissler mit "feiner" Ausstattung und einem Nachwort, das die Schwierigkeiten der Veröffentlichung des Textes 1973 offenbart.
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