Mit 50 Schwarzweiß-Abbildungen. Keine andere Familie hat die deutsche Geschichte der letzten hundert Jahre wohl mehr geprägt als die Weizsäckers. Auf der Grundlage langjähriger Recherchen und zum Teil bisher unbekannter Dokumente zeichnet Hans-Joachim Noack den Weg dieser Familie nach, die exemplarisch für die Höhenflüge und die Abgründe deutscher Eliten stehen. Karl Hugo von Weizsäcker wurde als Ministerpräsident in den Adelsstand erhoben, sein Sohn Ernst als NS-Kriegsverbrecher verurteilt, Carl Friedrich forschte an der deutschen Atombombe und prägte die Friedensbewegung, Bruder Richard wurde zum ersten gesamtdeutschen Bundespräsident. Und Ernst-Ulrich gehört als Präsident des Club of Rome zu den Kämpfern der Öko-Bewegung. Hans-Joachim Noack erkundet die erstaunliche Verbindung von Geist und Macht, von Glanz und Tragik, und erzählt auf diese Weise, wie nebenbei, eine deutsche Geschichte der letzten hundert Jahre.
Tilman Krause sehnt sich mit Hans-Joachim Noacks Familienporträt der Weizsäckers zurück nach einem Staatsmann wie "Richie". Dass Noacks Geschichte der Familie Weizsäcker nicht zuletzt eine Geschichte über Richard von Weizsäcker geworden ist, findet Krause in Ordnung, zumal der Autor nicht unkritisch zu Werke geht, wie der Rezensent versichert. Die Darstellung von Weizsäckers Werdegang führt bei Krause zur Frage, was so einen konsequenten Lebensweg eigentlich möglich macht. Noacks Antwort: die Familie. Wie der Autor die Schuld von Weizsäckers Vater im "Dritten Reich" behandelt, verrät Krause leider nicht.
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