Warum rückte die Entschädigung am Ende des 20. Jahrhunderts ins Rampenlicht der Weltöffentlichkeit? Die Entschädigungsansprüche der ausländischen Verfolgten des NS-Regimes galten zunächst als Teil der Reparationspolitik. Diese Ansprüche waren aber durch das Londoner Schuldenabkommen (1953) blockiert, das die Regelung der Reparationen bis zum Abschluß eines Friedensvertrags mit Deutschland aufschob. Welche Initiativen durchbrachen diesen Ausschluß? Wie beeinflußten die Bedingungen der Westintegration und des Kalten Krieges die Entschädigungsdiplomatie? Wie wurden die Entschädigungsgelder verteilt? Dieses grundlegende Werk erschließt die Internationalität der Entschädigungsgeschichte mit Fallstudien über 15 west- und osteuropäische Staaten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.07.2006
Umfangreich und interessant findet Rolf Steininger diesen deutscher Entschädigungspolitik gewidmeten Sammelband. Steininger unterscheidet Beiträge zum Bundesentschädigungsgesetz und seine "westeuropäischen" Folgen und solche, die sich der Ostpolitik zuwenden. Letztere überraschen ihn mit Eröffnungen zu Regelungen zur Unterstützung osteuropäischer Juden. Dass das Thema neben politischen auch moralische Aspekte beinhaltet, entnimmt Steininger dem Band spätestens, wenn es um die Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter geht. Einen vergleichenden Beitrag über das deutschsprachige Ausland vermisst Steininger allerdings sehr.
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