Hanns C. Löhr

Der Kampf um das Volkseigentum

Eine Studie zur Privatisierung der Landwirtschaft in den neuen Bundesländern duch die Treuhandanstalt (1990-1994)
Cover: Der Kampf um das Volkseigentum
Duncker und Humblot Verlag, Berlin 2002
ISBN 9783428104758
Kartoniert, 205 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Hanns C. Löhr zeigt auf der Grundlage von originären Treuhandakten, wie die Anstalt den ehemaligen staatlichen Besitz an landwirtschaftlichen Flächen und Betrieben auf dem Gebiet der ehemaligen DDR verkaufte. Gerade in diesem Bereich wurde die Treuhand besonders mit den Problemen der Ansprüche von Alteigentümern konfrontiert. Ostdeutsche Bauern und Alteigentümer konkurrierten dabei erbittert um den Erwerb der ehemalsstaatlichen Flächen. Der Autor beschreibt das diplomatische Ringen während der Wiedervereinigung, die Bodenreform zwischen 1945 und 1949 dauerhaft anzuerkennen, die Probleme, die sich so aus dem Einigungsvertrag für die Treuhand ergaben, und dasBemühen der Bonner Regierung, die politische Verantwortung hierfür zu verschieben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.11.2002

Eine Studie über die Privatisierung der Landwirtschaft in der ehemaligen DDR 1990 bis 1994 hat sich Klaus Peter Krause angesehen. Bei der Reprivatisierung der von der DDR verstaatlichten Böden haben sich die Bundesrepublik, ehemalige LPG-Funktionäre, Landarbeiter und Alteigentümer bereichert, wie nicht erst durch dieses Buch bekannt geworden sei. Der Rezensent würdigt jedoch das Verdienst des Autors, diese Zusammenfassung erstellt zu haben. Sie erscheint Krause "von einigen Zweifeln abgesehen, alles in allem als zutreffend". Gerne hätte der Rezensent auch den zeitlichen Rahmen erweitert und die Beschränkung auf die Landwirtschaft aufgehoben. Was die Auswertung der Quellen betrifft, so bemängelt Krause nicht deren natürliche Beschränktheit, sondern das schiefe Licht, das auf manche Angelegenheiten fällt. Letztlich fehlt Krause eine Auseinandersetzung mit der Treuhand und den Fällen, in denen diese "Bewerber abgewimmelt, sie hingehalten, sie geprellt und hintergangen hat, sowie die Methoden, mit denen die Treuhand-Mitarbeiter dabei zu Werke gegangen sind".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.09.2002

"F.P." spickt seine kurze Rezension mit so vielen Informationen, dass der Leser der Kritik das Buch fast schon gelesen zu haben glaubt. Es geht um die Privatisierung der ehemaligen staatlichen landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) der DDR und die Politik der Treuhandgesellschaft, die von Löhr nach Aktenlage kritisch aufgearbeitet wurde. Fazit des Autors, so "F.P.": die Gewinner der Wiedervereinigung waren in diesem Fall eindeutig die ostdeutschen Nutzer. In den meisten Fällen blieben die alten LPG-Vorsitzenden auch die Geschäftsführer der privatisierten Großbetriebe, die dank EU-Agrarförderung rechtzeitig auf ökologische Landwirtschaft setzten. Nur wenige Bauern machten sich selbständig, berichtet "F.P." und nur ganz wenige Alteigentümer bekamen ihr Land zurück. Der Westen hatte das nachsehen. "F.P." wertet dies nicht als Kritik an der Treuhandpolitik, der Autor halte sich schlicht an die Aktenlage, befindet die Rezension abschließend.
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