Wolfgang Schroeder

Das Modell Deutschland auf dem Prüfstand

Zur Entwicklung der industriellen Beziehungen in Ostdeutschland (1990-2000)
Cover: Das Modell Deutschland auf dem Prüfstand
Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2000
ISBN 9783531135243
Kartoniert, 437 Seiten, 30,17 EUR

Klappentext

Neben der Europäisierung/Globalisierung ist die Wiedervereinigung die zweite große Herausforderung für das deutsche Modell industrieller Beziehungen. Diese Arbeit befasst sich mit der Geschichte und Funktionslogik des deutschen Modells und prüft vor diesem Hintergrund, wie sich die Ausdehnung der Tarifautonomie auf die fünf neuen Länder bei den Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und der Tarifpolitik auswirken (1990 - 2000). Untersucht wird dies am Beispiel der Metall- und Elektroindustrie, dem größten und einflussreichsten industriellen Sektor in der Bundesrepublik.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.11.2001

Die "Wucht des Einigungsschocks" wurde in den neuen Bundesländern durch Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände abgefedert, übermittelt Stephan Finsterbusch als Fazit dieser Studie. Die Untersuchung handele vom "Wandel und Kontinuität des deutschen Wirtschaftsmodells" am Beispiel der Metall- und Elektroindustrie, notiert der Rezensent. Hierbei gehe es um Fragen wie diese: Wie haben sich die Tarifparteien im Prozess der deutschen Einheit verhalten? Welche ideologischen Auseinandersetzungen gab es zwischen den Vertretungen? Insbesondere Arbeitgeberverbände hätten die Fünf Neuen Länder zunächst als Testfeld für ein "neues System der industriellen Beziehungen" gesehen. Doch seit Mitte der 90er Jahre laute das Zauberwort in der Tarifpolitik "betriebliche Flexibilisierungsmuster". Insgesamt beurteilt der Rezensent diese Studie als klar gegliedert, wissenschaftlich geschrieben und spannend zu lesen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.03.2001

Werner Bührer findet es begrüßenswert, dass Schroeder trotz seiner deutlichen Sympathien für die IG Metall - der Autor ist Referent beim Vorstand - nicht an "kritischen Kommentaren" zur IG Metall spart. Das Hauptanliegen der Studie, die sich an der Metall- und Elektrobranche orientiert, sieht der Rezensent in der Klärung der Frage, ob das "Modell Deutschland" mit seinen Unternehmerverbänden und Gewerkschaften mit der Wiedervereinigung zum "Auslaufmodell" geworden ist. Bührer meint, der Autor mache in seiner Untersuchung plausibel, dass dieses Modell des "Konsenskapitalismus" mit der Wiedervereinigung seine bislang "größte Bewährungsprobe" überstanden, sich also keineswegs überlebt habe.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.01.2001

Dieter Wunder stimmt eine wahre Lobeshymne auf diese Studie an: Sie bietet nicht nur eine historische Untersuchung der "Tarifpolitik der IG Metall" in Ostdeutschland seit 1990 und eine politikwissenschaftliche Beleuchtung des deutschen Industriemodells, schwärmt er, sondern erlaubt darüber hinaus "ungewohnte und neuartige Einblicke" in Denk- und Handlungsweisen von Vertretern der Gewerkschaften und der Arbeitgeber. Indem der Autor zunächst die historische Entwicklung der IG Metall in Westdeutschland und die wirtschaftliche Lage der DDR bis 1990 nachzeichne, werde die Entwicklung seit 1990 erst wirklich verständlich. Wunder meint, dass der Verfasser durch seine Stellung als führender Funktionär der IG Metall auch besonders kompetent über den Gegenstand berichten kann, und er rechnet es ihm hoch an, dass er sich kritisch und nüchtern mit der eigenen Gewerkschaft auseinandersetzt, ohne sich von "Sympathie oder Antipathie" leiten zu lassen. Das einzige, was der Rezensent zu bemängeln hat, ist das fehlende Personenregister, das ihm die Lektüre mit ihren außerordentlich "reichen politischen und historischen Einsichten" erleichtert hätte.
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