Guy Delisle

Shenzhen

Cover: Shenzhen
Reprodukt Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783938511077
Kartoniert, 152 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Shenzhen wurde 1980 als Sonderwirtschaftszone ausgerufen - seither gilt die Stadt als Chinas "Boomtown". Aus einem kleinen Küstenort im Schatten Hongkongs ist in rasender Geschwindigkeit eine wohlhabende Wirtschaftsmetropole geworden. Guy Delisles Reisebericht ist das Ergebnis eines zweijährigen Aufenthalts in Shenzhen. Vor Ort, um die Herstellung einer Reihe von Trickfilmen für eine belgische Produktionsfirma zu koordinieren, wird Delisle mit alltäglichen Problemen konfrontiert, die er reich an Anekdoten schildert. Das Meistern der Verständigung mit den chinesischen Kollegen, ohne deren Sprache mächtig zu sein, ist dabei nur eine von vielen Herausforderungen...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.11.2006

Christoph Haas fand die Erfahrungen, die der Comic-Zeichner Guy Delisle im chinesischen Shenzhen gemacht und in seinem im französischen Original schon 2000 erschienenen Buch in Wort und Bild festgehalten hat, sehr bestrickend. Der Autor rufe darin keine stereotypen Asien-Bilder auf oder ebne die fundamentalen kulturellen Unterschiede ein, stellt der Rezensent zufrieden fest. Insbesondere in den Zeichnungen, findet Haas, stellt sich mitunter auch bei der Darstellung von an sich hässlichen oder banalen Dingen "eine ganz eigene Schönheit" ein. Vor allem aber transportiert dieses Buch die tiefen Gefühle der "Fremdheit", die den Zeichner in China offensichtlich nie verlassen haben, resümiert der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.08.2006

Mit seinem Comic-Tagebuch "Shenzhen" sei es dem Trickfilm-Zeichner Guy Delisle gelungen, einen Einblick in den chinesischen Alltag zu geben, meint Rezensent Christian Gasser. Delisle betreute 1997 für drei Monate - oder zwei Jahre, da sind sich Rezensent und Verlag noch nicht so ganz einig - eine Comic-Produktion in China und hielt seine Erfahrungen in Skizzen fest. Dabei nehme er zwar nicht den Standpunkt eines Journalisten oder Menschenrechtlers ein, mache sich aber teilweise auch nicht ganz frei von westlichen Vorurteilen, wie Gasser findet. Die Zeichnungen wirkten zwar unbeschwert und selbstironisch, trozdem meint der Rezensent die Einsamkeit zu spüren, die Delisle in einer Umgebung, in der fast niemand Englisch spricht, empfunden haben muss. Gerade dadurch, dass der Zeichner die Geschichte und Politik der Volksrepublik weitgehend ausspare, werde die Freihandelszone Shenzhen als "irreales Niemandsland" der Globalisierung charakterisiert.

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