Gustav Ernst

Trennungen

Roman
Deuticke Verlag, Wien 2000
ISBN 9783216305145
Taschenbuch, 112 Seiten, 13,80 EUR

Klappentext

Auf einem Flug von London nach Wien rechnet ein Mann in der Lebensmitte ab, mit seiner Ehefrau und seiner Mutter. Schonungslos, auch gegen sich selbst, sucht er in obsessiven Monologen nach einem Dialog. Schauplätze der Abschiedsszenarien sind Rom und Wien. Er muß zusehen, wie sich seine Frau in Rom bei einem gemeinsamen Aufenthalt einem Liebhaber zuwendet, während in seiner Heimatstadt Wien seine Mutter stirbt. In seiner tiefen Verzweiflung pendelt er zwischen den beiden wichtigsten Frauen in seinem Leben. Aggressiv und ungerecht, gekränkt und empört sucht er Ordnung in seine Geschichte zu bringen. Gleichzeitig bedrängt von den sexuellen Wünschen seiner Ehefrau wie von körperlichen Verfall seiner Mutter, wird er auf sein eigenes Dasein verwiesen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.07.2000

Mit einer Reflexion über die unterschiedliche Qualität österreichischer und deutscher Autoren beginnt Hermann Peter Piwitt seine Besprechung. Erstere sind meist besser, denn sie haben Stil, meint er. Etwas unvermittelt berichtet er dann, dass in diesem Buch das Wort "ficken" sehr oft vorkommt. Ist das ein Widerspruch? Piwitt findet das nicht, denn alles ist "schön, böse und herzzerreißend genau" erzählt. Es geht um einen Ich-Erzähler, dessen Frau eine Affäre hat und dessen Mutter im Sterben liegt. Zwischen beiden bewegt er sich reisend und schreibend hin her, zwischen körperlicher, sexueller "Erosion" des Paares und "Verfall des Körpers" der Mutter. Die Beschreibung der Gefühle, meint Piwitt, hätte daneben gehen können, aber den Autor bewahrt seine "Lakonik" und eben sein "Stil".
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de