Gunter Spraul

Der Franktireurkrieg 1914

Untersuchungen zum Verfall einer Wissenschaft und zum Umgang mit nationalen Mythen
Cover: Der Franktireurkrieg 1914
Frank und Timme Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783732902422
Gebunden, 684 Seiten, 68,00 EUR

Klappentext

Haben im Ersten Weltkrieg in Belgien und Nordfrankreich Franktireurs gegen die Deutschen gekämpft? Diese Frage wird vor allem seit der 2001 erschienenen Studie der irischen Historiker John Horne und Alan Kramer in der Forschung mehrheitlich verneint. Gunter Spraul überprüft die Argumentation Hornes und Kramers auf der Basis einer eingehenden Untersuchung der von ihnen verwendeten Quellen. Es werden allgemeine Vorwürfe an die deutschen Truppen und einzelne Zwischenfälle mit Zivilisten, insbesondere die Ereignisse in Leuven/Löwen analysiert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.11.2016

Michael Epkenhans wünscht sich eine interdisziplinäre, sämtliche Akten kritisch hinzuziehende nicht national beeinflusste Studie zum Thema. Gunter Spraul bietet ihm das Gegenteil. Das Buch hält er für eine als "vernichtende Rezension" gedachte Gegendarstellung zu Alan Kramers und John Hornes Studie von 2001 über deutsche Kriegsgräuel in Belgien. Dass ausgerechnet Spraul bei dem Versuch, die Existenz eines Franktireurkriegs nachzuweisen, den Verfall der Wissenschaft und ideologisches Arbeiten beklagt, scheint Epkenhans absurd, da der Autor in seinen Augen alles andere als seriös arbeitet. Zwar kann der Autor Kramer und Horne laut Rezensent zahlreiche faktische Fehler nachweisen, doch im weiteren, meint Epkenhans, macht er die gleichen Fehler, indem er etwa die Quellen nur einseitig auswertet und mit Vermutungen statt mit Beweisen arbeitet. Richtig unangenehm findet Epkenhans Sprauls Relativierungen deutscher Gewaltakte. Hier scheinen ihm Autor und Buch die Grenze von berechtigter Kritik hin zu einem ärgerlichen Machwerk zu überschreiten, dem es um die Wiederherstellung beschmutzter nationaler Ehre zu tun ist.
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