C.H. Beck Verlag, München 2026
ISBN
9783406849664 Gebunden, 448 Seiten, 29,90
EUR
Klappentext
Illustriert von Greta von Richthofen. Die deutsche Geschichte hat nicht das eine Zentrum, sondern die Schauplätze wechseln. Die Germanen siegen im Teutoburger Wald. Im Mittelalter herrschen Könige vom Pferdesattel aus. Kaiser Friedrich II. weilt meist in Sizilien, am Rhein blüht jüdisches Leben, das erste "Grundgesetz" des Reichs entsteht in Prag, die Reformation beginnt im kleinen Wittenberg, der Dreißigjährige Krieg endet in Westfalen. In Königsberg wird gedacht, in Weimar gedichtet und in Wien Deutschland nach Napoleon neu geordnet. Die Weber revoltieren in Peterswaldau, Bertha Benz startet in Mannheim die erste Auto-Fernfahrt, und der Befehl zur Reichspogromnacht ergeht von München aus. Der erste CSD findet in Münster statt, und Leipzig erfindet die "Montagsdemonstrationen". Gunilla Budde erzählt die deutsche Geschichte von den vielen großen und kleinen Orten aus, in denen Bewegendes begann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.08.2026
Mit lockeren Formulierungen hat sich die Oldenburger Professorin Gunilla Budde in ihrem Buch vorgenommen, dem Mangel an historischem Wissen Jugendlicher und junger Erwachsener entgegenzutreten, schildert Rezensent Michael Schmitt - ihre "steilen" Einstieg in die deutsche Geschichte sollen den Zugang einfacher machen. So beginnt der Zweite Weltkrieg für Budde zum Beispiel mit "einer infamen Räuberpistole", nämlich dem vorgetäuschten Überfall auf den Radiosender Gleiwitz nahe der polnischen Grenze, lesen wir. Machtkämpfe zwischen Kirche und König werden mit Verweisen auf "Game of Thrones" ausgestattet - Schmitt sieht darin eine mittlerweile gängige "Praxis der Medialisierung", die Geschichte verkaufen will wie eine spannende Fernsehserie. Auf über 400 Seiten und mit einigen spannenden Illustrationen erzählt Budde von Judenverfolgung im Mittelalter, der mäzenatischen Fugger-Familie und auch vom Krieg in der Ukraine. Für den Kritiker sind das ziemlich erwartbare Themen, die genau so auch in Schulbüchern vorkommen und die größeren Zusammenhänge oft aus dem Blick lassen. Natürlich muss man eine Auswahl treffen, aber dennoch schade, dass die Autorin hier nur auf bereits wohlbekannten Pfaden wandelt, resümiert Schmitt.
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