Ein Mann kommt in eine kleine Stadt irgendwo im argentinischen Niemandsland. Er bleibt eine Weile, dann verschwindet er, und mit ihm verschwindet eine schöne Frau. Gerüchte machen die Runde, von einem Verbrechen ist die Rede. Als jedoch jemand einen Fund macht, der weit schrecklicher ist als alles Vermutete, kehrt das Schweigen zurück... In Guillermo Martinez?Erzählung "Gewaltige Hölle", einer Verarbeitung des Schicksals der vielen "Verschwundenen", die der argentinischen Militärdiktatur zum Opfer fielen, wird die augenscheinliche Gefasstheit der Kleinstadt zur Metapher eines vergewaltigten Landes.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.10.2010
"Sex und Tod. Mathematik und Machismo", das sind die Schlüsselbegriffe, auf die sich nach Ulrich Baron die Erzählungen von Guillermo Martinez bringen lassen. Dabei sei die "Hölle", von der im Titel die Rede ist, eine direkte Verlängerung des argentinischen Alltags, die ihre Wurzeln aber in der Denunziations- und Folterpolitik der Militärdiktatur habe, so der Rezensent. Somit schafft die Titelgeschichte, in der ein Dorf auf der Suche eines verschwundenen Paares plötzlich überall Leichen ausgräbt, die Hintergrundfolie, vor der auch die übrigen Geschichten zu lesen sind, betont Baron, der von diesen Erzählungen beeindruckt wirkt.
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