Klappentext

Aus dem Spanischen von Matthias Strobel. Juan Guillermo kennt Mexiko-City besser als jeder andere. Mit seinen Freunden streift er durch sein Viertel, gewinnt Mutproben über den Dächern der Stadt und hält die Direktorin der Schule auf Trab. Sein großes Idol dieser unbeschwerten Tage ist sein großer Bruder Carlos. Ein belesener und geschäftstüchtiger junger Mann, der für Juan unantastbar zu sein scheint. Dann wird Carlos ermordet und Juan muss sich der grausamen Frage stellen, ob er seinen Tod hätte verhindern können. Er sinnt auf Rache, doch erst die Schicksalsgemeinschaft mit der schönen Chelo und einem gefährlichen Wolf zeigt ihm einen Weg aus dem Strudel von Verzweiflung und Gewalt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 17.08.2019

Rezensent Holger Heimann findet den Roman des erfolgreichen Drehbuchautors Guillermo Arriaga nicht glaubwürdig genug. Am besten gefallen ihm die autobiografisch grundierten Schilderungen des anarchischen Ganglebens im Mexiko-City der 60er und 70er Jahre, in das der Text den Leser versetzt. Die Härte eines solchen Daseins, das der Held im Buch, ein junger Drogenhändler, führt, wird für Heimann durch die drastischen Milieuschilderungen unmittelbar spürbar. Leider überfrachtet der Autor seinen Text laut Heimann mit einer schematisch wirkenden Rachegeschichte und Exkursen nach Kanada zu den Inuit, um Wildheit und Getriebensein zu illustrieren. Auf den Rezensenten wirkt das konstruiert und plakativ.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.01.2019

Ralph Hammerthaler erkennt das Leuchten des vierten Romans von Guillermo Arriaga. Als hätte Shakespeare über mexikanische Verhältnisse Ende der 1960er Jahre geschrieben, über Leben und Tod, Liebe und Hass, Verrat und Rache, findet Hammerthaler, der staunt, dass der Autor der Falle, das titelgebende Wilde der Verhältnisse im Text nicht billig ins Gezähmte verwandelt. Wie Wildes und Gezähmtes sich hier die Schwebe halten und ein existenzielles Grundsummen den Text begleitet, gefällt ihm. Aktion bietet das Buch auch in Mengen, versichert er. Für Hammerthaler so etwas wie der große Mexiko-Roman der Stunde.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 01.12.2018

Beide Erzählstränge, die der Schriftsteller und Drehbuchautor Guillermo Arriaga in seinem neuen Roman verknüpft, haben die Rezensentin Eva-Christina Meier stark berührt: Auf der einen Seite steht das Heranwachsen des jugendlichen Juan im gefährlichen Mexiko-Stadt der 1970er Jahre, auf der anderen das Leben eines kanadischen Wolfes und der Menschen um ihn herum, erzählt Meier. Packend findet sie beide Geschichten, aber aus der des jungen Juan, der von seinem Bruder in die Drogengeschäfte und Gangkriege verwickelt wird, hat sie sogar einiges über die Anfänge der heutigen mexikanischen Verhältnisse, die von Korruption und Drogenhandel geprägt sind, gelernt. Wenn schließlich beide Geschichten ineinanderlaufen, hat der Drehbuchautor für Meiers Geschmack vielleicht etwas zu sehr die Oberhand über den Schriftsteller gewonnen; nichtsdestotrotz hält die Rezensentin das Buch für großartige Literatur.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2018

Etwas von einem großen Wurf wittert Rezensent Jan Wiele in Guillermo Arriagas Roman, der die Geschichte Mexikos um 1970 mit der Erkundung des Tiers im Menschen verbindet. Arriagas Milieustudie über ein paar Jugendliche im Kampf gegen die eigene Verrohung besticht dabei laut Wiele vor allem durch das Wie des Erzählens. Dass der Autor antiklimaktisch verfährt, den Leser mit durcheinandergewirbelten Zeitebenen und brutalen Details beschäftigt und das Thema des Tierischen im Menschen langsam einkreist und variiert, scheint Wiele als Leser zu fordern. Kitschige Passagen, eine überdeterminierte Bildlichkeit und didaktisch gehaltene literarische Bezüge erschweren die Lektüre laut Rezensent zusätzlich. Dennoch ein wuchtiger Text, findet Wiele.
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