Günther Heydemann

Die Innenpolitik der DDR

Cover: Die Innenpolitik der DDR
Oldenbourg Verlag, München 2003
ISBN 9783486557701
Broschiert, 162 Seiten, 19,80 EUR

Klappentext

Günther Heydemanns Buch gibt zunächst einen präzisen Überblick über die Innenpolitik der DDR von der Nachkriegszeit bis hin zur Wende. Daran anschließend referiert der Autor kenntnisreich die wissenschaftlichen Diskussionen beider deutscher Seiten. Besonders geht er auf die seit 1990 erheblich intensivierte Historiografie ein, die bis Ende der 90er Jahre durch den Aufbau neuer Forschungsinstitute und die vielfältigen Auseinandersetzungen mit dem SED-Staat einen beispiellosen Boom erfuhr. Aus der Fülle der Literatur hat Günther Heydemann eine ausführliche und grundlegende Auswahlbibliografie zusammengestellt. Für Studierende, Lehrende und alle an der Geschichte der DDR Interessierten ist so eine übersichtliche Einführung in ein lange Zeit vernachlässigtes Forschungsgebiet entstanden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.04.2004

Zum Denken fühlte sich Karl Wilhelm Fricke besonders angeregt von der Darstellung der Forschungssituation in Günther Heydemanns "Die Innenpolitik der DDR". Insgesamt gebe aber der Band 66 der von Lothar Gall herausgegebenen "Enzyklopädie deutscher Geschichte" einen guten, enzyklopädisch gerafften Überblick. Heydemann beginne mit einem historischen Abriss: Der Geschichte der Etablierung des sowjetischen Besatzungsregimes "zwischen Ostsee und Thüringer Wald nach 1945", die die ökonomische Basis schuf, "auf der die SED ihre Macht errichten konnte", folgt eine Darstellung der inneren Entwicklung der DDR unter Walter Ulbricht und Erich Honecker. Die wichtigen Etappen werden anhand von Stichworten abgehandelt; hier vermisst der Rezensent lediglich "die am 15./16. Mai 1949 in der SBZ durchgeführten Wahlen zum Dritten Deutschen Volkskongress", denn sie seien "erstmals als Einheitslisten-Wahlen mit präjudizierenden Folgen für alle späteren so genannten Wahlen im Staat der SED" durchgeführt worden. Die Ursachen für den Kollaps der DDR sehe Heydemann "in ihrem demokratischen Legitimationsdefizit und in der Unfähigkeit der DDR-Kommunisten, ihr Herrschafts- und Gesellschaftssystem zu reformieren". Auch Egon Krenz' Kalkül, mit einer so genannten "Wende" die SED politisch und ideologisch wieder in die Offensive zu treiben, sei nicht aufgegangen. Vielmehr zeige sich Heydemann hier eine "Ironie der Geschichte", schreibt Fricke: "Die 'Wende' wurde das Synonym für die friedliche Revolution der DDR".
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