Herausgegeben von Dieter Stolz und Werner von Frizen. Die Neue Göttinger Ausgabe enthält sämtliche von Günter Grass autorisierten literarischen Werke von den Anfängen bis zu seinem erst posthum erschienenen Band Vonne Endlichkait. Gegenüber der Ausgabe von 2007 hinzugekommen sind alle seitdem erschienenen Werke des Literaturnobelpreisträgers. Die Bände Gedichte und Kurzprosa sowie Essays und Reden wurden auf den aktuellen Stand gebracht und die Theaterspiele noch einmal mit Archivmaterial abgeglichen. Ein bislang fehlender Band mit einer repräsentativen Auswahl von Gesprächen aus sechs Jahrzehnten vervollständigt die Werkedition. Das gesamte lyrische, dramatische, epische und essayistische Werk wurde neu gesetzt, die Texte wurden erneut durchgesehen und mit den Erstausgaben verglichen, Orthographie und Zeichensetzung den Standards der vom Autor bevorzugten alten deutschen Rechtschreibung angeglichen und Fehler bis 2015 nach Rücksprache mit Günter Grass korrigiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.10.2020
Rezensent Harro Zimmermann bedauert ein wenig, dass die neue Prachtausgabe zu Günter Grass mit externem Kommentarteil kommt. Wer außer Freaks wird sich diesen zulegen?, fragt er und hätte so gern nachgeschlagen "an Ort und Stelle" beim Lesen der versammelten sämtlichen Textgenres, die der Autor bedient hat. Zimmermann aber ist auch des Lobes voll angesichts der sorgsam gemachten Edition in Leinen und edlem Papier, mit "augenschmeichelndem Satzspiegel" etc., ganz Steidl eben. Den Dichter hätte es gefreut, ahnt Zimmermann. Ob Grass nun reif ist für den Nationaldichter? Wohl eher eine Frage ans Publikum. Ginge es nach Zimmermann, der ausdrücklich die Synergieeffekte betont, die Grass imstande war zu produzieren, indem er Imagination und Parteinahme verklammerte, dann schon.
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