Günter Buchstab (Hg.), Hanns Jürgen Küsters (Hg.), Peter R. Weilenmann (Hg.)

Macht und Zeitkritik

Festschrift für Hans-Peter Schwarz zum 65. Geburtstag
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1999
ISBN 9783506793546
Gebunden, 854 Seiten, 50,11 EUR

Klappentext

Hans-Peter Schwarz gehört zu jenen herausragenden Wissenschaftlern, die auf das Geschichtsbewußtsein und das Politikverständnis in Deutschland und weit über dessen Grenzen hinaus ungewöhnlich impulsgebend gewirkt haben und weiter wirken. Mit dieser Festschrift wollen Kollegen, Schüler und Freunde dem Jubilar nicht nur Dank sagen, sondern zugleich auch eine wissenschaftliche Ortsbestimmung des Gelehrten unternehmen. Macht und Zeitkritik sind Schlüsselbegriffe im Werk von Hans-Peter Schwarz, und sie öffnen auch den Zugang, um dieses Jahrhundert in Deutschland zu verstehen. Die hier vereinten Beiträge renommierter Zeithistoriker, Politikwissenschaftler und Publizisten bilden eine historische Topographie Deutschlands im 20. Jahrhundert.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.06.2000

In einer Doppelrezension bespricht Curt Gasteyger zwei Bücher, die sich - direkt oder indirekt - mit der Tätigkeit der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGfAP) und ihrem nunmehr bereits fast vierzig Jahre währenden Einfluss auf die deutsche Außenpolitik befassen.
1.) Daniel Eisermann: "Außenpolitik und Strategiediskussion" (R. Oldenbourg Verlag)
Gasteyger scheint ein wenig überrascht, wenn er feststellt, dass man dieses Thema durchaus auf "faszinierende und aufschlussreiche" Weise darstellen kann, so wie es seiner Ansicht nach Daniel Eisermann mit seiner überarbeiteten Dissertation hier gelungen ist. Der Rezensent weist darauf hin, dass der Autor bei der Gründung der Zeitschrift "Europa-Archiv" ansetzt, die zur "wohl wichtigsten Zeitschrift für die europäische Einigung im deutschen Sprachraum" wurde und die von der DGfAP bald übernommen wurde. Anschließend habe Eisermann den schwierigen Weg bei der Umsetzung "der europäischen Idee in die politische Praxis" nachgezeichnet. Mit großer Anerkennung weist Gasteyger darauf hin, das heute fast jedes Land über ein Forschungsinstitut wie das DGfAP verfügt und findet es sehr bedauerlich, dass ausgerechnet die Schweiz dabei eine Ausnahme macht. Das DGfAP zeichne sich schließlich dadurch aus, dass es zwischen außenpolitischer Theorie und Praxis vermittle und auch zu einem "unentbehrlichen Gesprächspartner weltweit" geworden sei. 2.) Peter R. Weilenmann, Hanns Jürgen Küsters, Günter Buchstab (Hrsg.): "Macht und Zeitkritik" (Verlag Ferdinand Schöningh)
Gasteyger weist darauf hin, dass Hans-Peter Schwarz, dem diese Festschrift gilt, auch heute noch dem wissenschaftlichen Direktorium der DGfAP vorsteht und die Arbeit dieser Gesellschaft maßgeblich beeinflusst hat. Von dieser "reichen, von konsequent nationalliberaler Haltung geprägten wissenschaftlichen Tätigkeit" zeugen nach Gasteygers Ansicht Beiträge dieses Bandes. Allerdings bedauert er, dass nur wenige Ausländer in diesem Band zu Wort kommen, deren Sicht auf die deutsche Entwicklung ihn sehr interessiert hätte. Dennoch hat Gasteyger den Band offenbar mit großem Gewinn gelesen. Die schwierige, aber "letztlich erfolgreiche Suche nach neuem nationalen Selbstbewusstsein und europäischer Einbettung" Deutschlands wird seiner Meinung nach in mehreren dieser Texte deutlich. Auch die Beiträge zu "grundsätzlichen Fragen der internationalen Ordnung" und die Porträts "politischer Denker und denkender Politiker" findet der Rezensent äußerst lesenswert.