Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.04.2004
Franz-Josef Kos befindet, dass Gudula Gutmann in ihrem Buch "zu einigen interessanten Ergebnissen" kommt. Die Autorin hat hier, berichtet Kos, zum ersten Mal das Verhältnis von Deutschland und Österreich-Ungarn während der Jahre des Zweibunds aus der Sicht von Persönlichkeiten der Regierungsebene, des diplomatischen Corps und der beiden Monarchen beleuchtet. Zu diesem Zweck hat sie, erfahren wir, deren Ansichten zu ausgesuchten Ereignissen zwischen 1890 und 1895 darstellt. Der Zweibund, berichtet Kos, schien im europäischen "Mächtekonzert" dieser Zeit "eine feststehende Größe" darzustellen. Kos kritisiert darum am Ende auch, dass in diesem Buch unklar bleibe, welchen Einfluss die behandelten Personen auf die jeweiligen Regierungschefs hatten. Ohne dies werde nun nämlich, angesichts der fast durchgehend skeptischen Haltung zum Zweibund, nicht ersichtlich, warum er dann überhaupt noch fortbestand. Die Autorin habe hier viele Möglichkeiten verschenkt, so der Rezensent, weil sie chronologisch jede einzelne Person behandele, und erst am Ende ein Resumee ziehe.
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