Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.04.2004
Zunächst einmal unterstreicht Hanno Helbling, wie "wunderbar hilfreich" die historisch-kritische Gesamtausgabe zur "Erschließung" des Gesamtwerks von Gottfried Keller ist. In den jetzt erschienenen Bänden 18 und 31 sind Prosatexte und Dramenfragmente aus dem Nachlass enthalten, teilt der Rezensent mit. Er beschäftigt sich in seiner Rezension hauptsächlich mit dem dramatischen Fragment "Therese", in dem eine Frau sich in den Verlobten der Tochter verliebt und daran zugrunde geht. Allerdings kann Helbling dem Stück nicht besonders viel abgewinnen. Dessen "Hauptschwäche" liegt, so der Rezensent bestimmt, in der Tatsache, dass es sich bei den Protagonisten um "grundanständige Menschen" handelt. Zum Vergleich zieht Helbling ein kurz nach Kellers Drama entstandenes Stück von Giovanni Verga hinzu, das die gleiche Problematik wie "Therese" behandelt, diese aber, wie Helbling findet, wesentlich lebensnäher und interessanter darstellt. Allerdings will der Rezensent diese Anmerkungen "lediglich als "Fußnote" zur Gesamtausgabe verstanden wissen und lobt noch einmal nachdrücklich die "gewichtige Arbeit" der Herausgeber.
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