Die Edition ermöglicht den Nachvollzug des "Comeback " Benns nach dem Krieg, das mit dem "Berliner Brief 1949" begann. Mutig von Hans Paeschke forciert, plaziert die Zeitschrift "Merkur" gleich drei Beiträge von und über den noch vor kurzem verfemten Dichter, nachdem die Herausgeber erfolgreich "mit einem Handschuh" gewinkt hatten. In der Folge versäumten Paeschke und Moras kaum einen Brief, in dem sie ihre Bitte um neue Texte nicht erneuerten, und konnten Benn so zu einem regelmäßigen Autor in Deutschlands bedeutendster Zeitschrift gewinnen. Höhepunkt des Briefwechsels, der das Private nur streift, ist das am 6. Januar 1956 geschriebene Gedicht "Kann keine Trauer sein", das Abschiedsgeschenk an die Herausgeber des "Merkur".
In einer Doppelrezension zweier Briefbände mit persönlicher und geschäftlicher Korrespondenz Gottfried Benns wendet sich Stephan Speicher zunächst knapp den Briefen zwischen Gottfried Benn und den Herausgebern der Zeitschrift "Merkur", Hans Paeschke und Joachim Moras, zu. Der Rezensent findet den Briefwechsel "merkwürdig temperiert", geprägt von Höflichkeit aber "ohne "Wärme" und was die intellektuelle Auseinandersetzung angeht von eher "mäßiger Betriebstemperatur". Obwohl hin und wieder auch "interessante Bemerkungen" auftauchten und man einiges über die Schwierigkeiten der Zeitung und die Atmosphäre der 50er Jahre erfahre, dokumentiere der Band doch vor allem eine "Geschäftsbeziehung", erklärt der Rezensent nicht sehr interessiert.
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