Das Leben des deutschen Kunsthistorikers August Grisebach (1881-1950) fällt in die wohl dramatischste Epoche der deutschen Geschichte. Als Kunsthistoriker hat Grisebach, der 1901 in Berlin sein Studium begann, im Kaiserreich, in der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus sowie in der jungen Bundesrepublik gearbeitet, und dies an so unterschiedlichen Orten wie Berlin, Breslau, Rom und Heidelberg.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.12.2008
Christine Tauber liest das Buch mit Gewinn. Wenngleich ihr nicht einleuchtet, wie der Band zu seinem Untertitel kommt und obwohl ihr August Grisebach als Kunsthistoriker von allenfalls durchschnittlicher Bedeutung bekannt ist. Wie das? Es ist die Person Grisebach, der Mensch und dessen intellektueller wie künstlerischer Werdegang, von Golo Maurer, wie Tauber zu verstehen gibt, hoch spannend und lesbar präsentiert, der es der Rezensentin angetan hat. Aber auch die Methodenstreitigkeiten der Kollegen ("Wölfflin gegen Goldschmidt") und das vom Autor mit Leben gefüllte fachgeschichtliche Panorama Ende des 19. Jahrhunderts machen Tauber Eindruck. Die Einblicke in die damalige Hochschullandschaft inspirieren die Rezensentin zu aufschlussreichen Vergleichen mit heutigen Verhältnissen. Und wenn Maurer die Jahre 1933-1950 verhandelt und Grisebachs unbeugsame Haltung unter den Nazis zum Regimekonformismus eines Hubert Schrade ins Verhältnis setzt, erfährt sie, was "menschliche Miserabilität" ist.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Karl Ove Knausgard: Arendal Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…