Er ist einer der erfolgreichsten Unternehmer der Gegenwart und zugleich ein provozierender Kritiker des Systems: Götz W. Werner, Gründer der florierenden Drogeriemarktkette "dm" und bekennender Anthroposoph, verblüfft mit revolutionären Ideen, die nur scheinbar im Widerspruch zum eigenen Erfolg stehen. Werner fordert nichts weniger als eine radikale Umkehr vor allem in unseren sozialen Sicherungssystemen. Denn das Versprechen, den Bürgern zu einer menschenwürdigen Sicherung ihrer Existenz zu verhelfen, hat die Politik längst gebrochen. Stattdessen werden die Empfänger von Sozialleistungen gegängelt; Götz W. Werner scheut sich nicht, Hartz IV als "offenen Strafvollzug" zu bezeichnen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 02.05.2007
Lenz Jacobsen räumt ein, dass mit Götz Werner, dem Chef der Drogerie-Kette dm, ein Visionär schreibt, der sich nicht mit der kleinteiligen Ausarbeitung seiner Ideen aufhält. Aber als "weltfremde Spinnereien eines anthroposophischen Zahnpasta-Millionärs" will er diese Ideen trotzdem nicht missverstanden wissen. Die Analysen, lobt der Rezensent, seien "scharfsinnig", die Argumente treffen. Werner plädiert in dem Buch für ein bedingungsloses Grundeinkommen von 1500 Euro, wobei die Einkommenssteuer wegfallen und durch eine Mehrwert- oder Konsumsteuer von 50 Prozent ersetzt werden soll. Rezensent Jacobson lässt zwar eine gewisse Skepsis angesichts dieser Ideen erkennen, aber er will nicht entscheiden, wie tragfähig ein solches Modell sein könnte. Ihm gefällt schon, dass hier jemand die Arbeitslosigkeit nicht nur als Problem sieht, sondern als eine Folge der Rationalisierung, die uns vom "Zwang zur Arbeit" befreit habe.
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