Giwi Margwelaschwili

Officer Pembry

Cover:  Officer Pembry
Verbrecher Verlag, Berlin 2007
ISBN 9783935843904
Gebunden, 160 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Officer Pembry ist überrumpelt: In einem rund einhundert Jahre alten Thriller namens "Das Schweigen der Lämmer" soll seine Zukunft eingeschrieben sein. Er soll einem intelligenten Kannibalen namens Hannibal Lecter zum Opfer fallen, wenn dieser aus dem Gefängnis ausbricht. So jedenfalls behauptet es der Beamte Meinleser von der Prospektiven Kriminalpolizei, der alles andere als verrückt zu sein scheint. Pembry muss also, um seinem Schicksal entgehen zu können, zur Lektüre greifen, und das Buch gegen den Strich lesen, um seine Haut zu retten. Giwi Margwelaschwili legt erstmals seit zehn Jahren wieder einen Roman über die "Lese-Lebenswelt" vor, ein intelligentes Spiel mit Lesewirklichkeiten und der Bedeutungvon Lektüre für die Leser und die Gelesenen.

Im Perlentaucher: Rezension Perlentaucher

Der Kriminalist wird zum überpräzisen Philologen, der noch in der verstecktesten Nebenbemerkung des zukünftig wirklichkeitsdeterminierenden kriminalliterarischen Texts nach Eingriffsmöglichkeiten sucht. Auf faszinierende Weise enervierend ist es, wie Margwelaschwili zur Beschreibung der metafiktionalen Sachverhalte eine artifizielle Begriffssprache, ja geradezu eine Scholastik der Text- und Realverhältnisse entwickelt, in der haarfein auf "lesestofflich vorgeschriebene Blickwinkel", "thematische Blickzwänge", "unthematische Betrachter" und eine Unzahl weiterer Faktoren zu achten ist...
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.04.2008

Oliver Jungen staunt nicht schlecht, was sich in Sachen Hermeneutik und Metathematik auf fiktionaler Ebene so alles anstellten lässt. Dass der Berliner "Partisanenliterat" Giwi Margwelaschwili eine mit dem kannibalistischen Tod bedrohte Figur und ein prospektives Polizeidezernat zur Vermeidung literarisch vorprogrammierter Verbrechen ins Leben ruft, findet er großartig. Ebenso des Autors Fähigkeit, die aufgefahrene dekonstruktivistische Masse dem Leser nicht vom Lehrstuhl herunter, sondern "lebensweltlich" zubereitet zu servieren. Als einwandfrei jedoch kann Jungen das Buch nicht empfehlen. Stilistisch nämlich erinnert es den Rezensenten an eine "Machbarkeitsstudie" aus der Bundessteuerbehörde. Inhaltlich kommt es ihm zumindest spanisch vor, dass die Charaktere eines Romans über das Eigenleben literarischer Figuren derart wenig an selbigem zu bieten haben sollten wie in diesem Buch.
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