Asja Bakic

Mars

Erzählungen
Cover: Mars
Verbrecher Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783957324740
Gebunden, 170 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Kroatischen von Alida Bremer. In "Mars" zeigt Asja Bakić eine Reihe einzigartiger Universen, in deren Mittelpunkt immer Frauen stehen, die vor die Aufgabe gestellt sind, der seltsamen Realität, die sie erleben, einen Sinn zu geben. Eine Frau wird von Tristessa und Zubrovka aus einer Art Vorhölle befreit, sobald sie eine Aufgabe erfüllt. Eine Meisterin der Täuschung wird mit jemandem konfrontiert, der ihr Geheimnis kennt. Eine Schriftstellerin soll einen Bestseller unter Pseudonym geschrieben haben, woran sie sich jedoch nicht erinnern kann. Abby scheint ihr Gedächtnis verloren zu haben, und doch weiß sie, dass mit ihrem misstrauischen Ehemann etwas nicht stimmt. Eine weitere muss auf dem Mars über ihr Verbrechen reflektieren, Autorin zu sein. Nicht nur das inhaltliche Konzept der Erzählungen ist beeindruckend, sondern auch die Methode: Bakić verwebt in das klassische Erzählmuster Elemente aus der Genre-Literatur - Horror, Science-Fiction und Fantasy.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.12.2021

Auch wenn die Auseinandersetzung mit dem eigenen Schreiben und der Frage nach der eigenen Einzigartigkeit unter vielen Stimmen nichts Neues ist, liest Rezensent Tilman Spreckelsen "mit Interesse und Beteiligung" Asja Bakićs Erzählungen zu diesem Thema. Das liegt auch, vermutet er, an den "groteskenverliebten" Anlagen der Geschichten - etwa die über einer Schriftstellerin, die im Jenseits landet und von den Sekretärinnen erklärt bekommt, Gott sei aktuell nicht verfügbar, weil er "in der Badewanne ausgerutscht" sei, wie Spreckelsen Bakić zitiert. Auch die allegorischen Rahmungen der Geschichten, die gesellschaftliche, oft patriarchale Zusammenhänge klar werden lassen, findet der Kritiker interessant und mag auch, dass Texte zu keinem "Ende" finden und so im Kopf des Lesers nachhallen. Bakićs Plädoyer für ein "explosives", kompromissloses Schreiben, das auch vor den eigenen Lebenslügen nicht halt macht, wird für den Rezensenten hier spürbar.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 03.04.2021

Rezensentin Julia Hubernagel ist beeindruckt von Asja Bakićs Kurzgeschichten, die in dystopischen Settings vom Verlorensein erzählen: von desorientierten Frauen oder von Menschen, die den Kontakt zu ihren Mitmenschen nahezu völlig aufgeben. Die "harten, schnellen Sätze", mit der die Autorin Gefühle einfange, schneiden bei der Rezensentin tief und erinnern sie an den großen jugoslawischen Schriftsteller Danilo Kiš. Außerdem handelt es sich bei den Geschichten Bakićs, die den Jugoslawienkrieg selbst miterlebte, um verkappte Exilliteratur, meint Hubernagel, die sich mehr literarische Stimmen aus diesem Gebiet wünscht.

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