Chris Whitaker

In den Farben des Dunkels

Roman
Cover: In den Farben des Dunkels
Piper Verlag, München 2024
ISBN 9783492071536
Gebunden, 592 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Conny Lösch. Patch ist dreizehn, und weil er nur ein Auge hat, trägt er eine Augenklappe wie ein Pirat. Als er entführt wird, bricht für seine beste Freundin Saint die Welt zusammen. 307 Tage wird Patch in einem stockdunklen Raum gefangen gehalten, gemeinsam mit der geheimnisvollen Grace. Seine Befreiung gelingt, doch als niemand seiner Erzählung von Grace glaubt, gibt es für ihn nur noch ein Ziel: Er muss sie finden und retten. Während Patch dreißig Jahre seines Lebens dieser Obsession widmet, kämpft Saint unerbittlich um die Wahrheit und um ihren geliebten Freund, den sie an eine düstere Erinnerung verloren glaubt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.08.2024

Einen echten Pageturner hat Chris Whitaker hier verfasst, jubelt Rezensentin Maria Wiesner. Im Zentrum stehen, lernen wir, Patch, ein Junge, der von einem brutalen Kriminellen entführt wird, nach einiger Zeit wieder frei kommt und von einem Mädchen namens Grace berichtet, das sich mit ihm gemeinsam in Gefangenschaft befunden habe - allerdings ist die Polizei keineswegs sicher, dass Grace wirklich existiert. Besonders gefällt Wiesner die eindrücklichen, zum Teil an Stephen King erinnernden Figurenzeichnungen, wobei das Buch freilich auch äußerst spannend geschrieben ist - die geschickt platzierten Cliffhanger ziehen die Leser in die Welt des Buches hinein. Von einigen wenigen Kitscheinsprengseln abgesehen ist dieses Buch, in dem für die Figuren stets viel auf dem Spiel steht, rundum empfehlenswert, so das Fazit.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 18.07.2024

Rezensent Thomas Wörtche ist sich nicht immer ganz sicher, ob dieses Buch seine eigenen Ambitionen voll einlösen kann - interessant ist das, was Chris Whitaker hier veranstaltet, für ihn jedoch in jedem Fall. Es gibt vor allem jede Menge Plot. Im Zentrum steht Patch, der als Teenager von einem Psychopathen gefangen gehalten wird, dann von einer Freundin namens Saint befreit wird und in der Folge über mehrere Jahrzehnte hinweg eine Frau namens Grace sucht, die ihn, das glaubt er zumindest, während seiner Gefangenschaft unterstützt hatte. Es tauchen noch diverse andere Figuren auf, fährt Wörtche fort, außerdem werden diverse Themen verhandelt, die im Amerika der Gegenwart en vogue sind, wie etwa Kleinstadtgeheimnisse und die Suche nach vermissten und missbrauchten Mädchen. Als Hauptthema schälen sich allerdings laut Rezensent Frauenrechte und Abtreibung heraus, beides wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Whitaker will offensichtlich viel mit diesem Buch, meint Wörtche, der trotz leiser Skepsis mit einem positiven Fazit schließt.
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